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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 7 und 8)

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Ganensitze in alten englischen Gärten. P. W. 
Zeit hinein von Riegl noch hätte vollendet werden können; leider ist es nun 
nicht dazu gekommen. Auch die Untersuchungen über die früharabischen 
Arbeiten im Schloße Amra, die Riegl mit dem Entdecker des Baues, 
Dr. Musil, vereint unternommen hat, konnte er nicht mehr abschließen. 
Aber ein großes Werk haben uns die letzten Jahre noch bescheert; es 
ist „Der moderne Denkmalkultus, sein Wesen und seine Entstehung" 
(Wien 1903). 
Dieses Werk steht mit der Tätigkeit Riegls an der „k. k. Zentralkom- 
mission für Kunst- und historische Denkmale", der er seit einigen Jahren 
als Generalkonservator angehörte, in enger Verbindung; aber man sollte 
zunächst meinen, daß es mit seinem sonstigen Wirken eigentlich wenig 
Zusammenhang hat; in Wirklichkeit ist es aber die folgerichtige Weiter- 
entwicklung seiner bis dahin geäußerten Gedanken, die Krönung seines ganzen 
Schaffens. Riegl hat früher das einzelne Kunstwerk aus dem Kunstwollen 
des Einzelnen, des Volkes und der Zeit abgeleitet, jetzt erklärt er unser 
Kunstemplinden gegenüber dem vollendeten Kunstwerke. Er zeigt, wie der 
Mensch sich dem jeweilig Neuen und dem jeweilig Alten gegenüber ver- 
schieden verhält, wie verschiedene Menschen und Kulturstufen dem über- 
nommenen Kunstwerke gegenüber ganz verschieden empfinden, er erkennt, 
daß die Art des Genießens alter Kunstwerke ebenso ihre geschichtliche 
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