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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 7 und 8)

 
Grotteneingang in einem Park, Anfang des XIX. Jahrhunderts 
man durch einen Ausschnitt aus der wilden Natur, auch der prächtigsten, 
erzielen könnte. 
Das weiß man in England heute wohl zu schätzen und pflegt darum 
auch die Gartenmöbel und Gartenzieraten alter Überlieferung. Man braucht 
nur so eine reizvolle moderne englische Sonnenuhr aus Stein und Bronze 
inmitten einer kleinen strengen Platzanlage mit den so beliebten „Wetter- 
häuschen" unserer öffentlichen Gärten zu vergleichen, mit den modernen 
Zeitweisem und Temperaturmessern in sogenannten „Schweizerarchitek- 
turen", um den großen Abstand zu ermessen, der uns vom rechten Wege 
trennt. 
Man braucht nur die Lusthäuschen in den Gärten aus der Biedermeier- 
zeit, die Stellung der alten Glashäuser an den Enden gerader Wegführungen, 
als Mittelstück größerer Anlagen zu studieren und sie mit der Richtungs- 
losigkeit und Unförmlichkeit oder Nüchternheit der ähnlichen Zwecken 
dienenden Bildungen in unseren Cottagegärten zu vergleichen, um zu 
ermessen, was wir an Geschmackskultur verloren haben. 
Indem so wichtige Bestandteile der Gesamtwirkung einer Massen- 
erzeugung überlassen bleiben und indem die Einfiußnahme auf die Umgebung 
des Hauses dem architektonischen Gefühl entzogen wird, ist die künstlerische 
Einheit der Anlage zerstört, das Zusammenklingen zur Unmöglichkeit 
geworden. 
Ebenso wie der Hausbau der Rückkehr zur Einfachheit, Zweckmäßig- 
keit, Sachlichkeit bedarf, muß der Garten wieder zu dem gemacht werden, 
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