MAK

Full text: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 7 und 8)

eigenen Wirkungskreise 
frei schalten. Auf ewig ja 
auch nicht, sondern bis 
sie gesagt haben, was sie 
noch zu sagen haben. 
Praktisch ausgedrückt: so 
langeihnen etwas einfällt. 
Das letzte Wort in der 
Kunst kann nie gesagt 
werden; auch die soge- 
nannten Stilisten werden 
ihr Ziel als bloß einst- 
weiliges erkennen, wo ein 
weitererWegbeginnt, ins 
wiederum Neue hinein. 
Das Ausstellungswesen 
der kommenden Saison 
dürfte mithin sehr man- 
nigfaltig werden. Die Se- 
zedenten der Sezession 
erhalten sogar einen neu- 
en Ausstellungsraurn, in 
dem Neubau, der jetzt am 
Graben entstehLAuch die _ 
Galerie Miethke Steht Franziska Hofmanninger, Polster (Applikation und Flachstickerei) 
 
ihnen zur Verfügung. Sie werden sich jeweilig nach Maßgabe ihres Stoffes einrichten 
können. Hoffentlich wird dem neuen Samenkorn des Wettbewerbes, das jetzt in die 
zerwiihlte Furche gefallen, grüne Saat entsprießen. 
ALERIE MIETHKE. Die Sommerausstellung in diesen Räumen ist wohl mehr 
den Fremden gewidmet, denn das Meiste, was man zu sehen bekommt, hat der 
Stammgast zu verschiedenen Zeiten in der Sezession gesehen. Zwei frühe Porträte von 
Klimt, den großen „MittagstisclW von Moll, die große „Straße zu Brügge" (1897) von 
Schwaiger, Eini- 
ges von Orlik, Höl- 
zel, Andri, Kurz- 
weil, Jäger, dazu 
die Plastiken von 
Minne (in Mar- 
mor). Sehr inter- 
essant ist ein Ka- 
binett voll Graphik 
von Pettenkofen 
und Schwaiger. 
Der Bleistift Pet- 
tenkofens ist ein 
Meister für sich, 
der einem un- 
scheinbaren Blätt- 
chen, von der Puß- 
ta etwa, mitZigeu- 
Franziska Hofmanninger, Studie nerzelten auf der 

	        
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