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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 7 und 8)

Photographien und Büs- 
ten, aber in der Familie 
wird das Breithutsche 
Porträt als das weitaus 
beste des Stammherrn 
angesehen. Das Werk 
ist in der k. k. Kunsterz- 
gießerei vortrefiiich ge- 
gossen und sehr gut auf 
die Wirkung von oben 
her berechnet, da es in 
der Höhe des ersten 
Stockes in die Mauer 
eingelassen wird. Die 
Familie Thonet läßt vier 
Exemplare gießen, für 
die vier Fabriken zu 
Bistritz am Hostein, 
Hallenkau, Koritschon 
(alle drei in Mähren) 
und Ugrocz (Ungarn). 
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Franziska Hofmanninger, Behang (Scbnurtechnik) 
Breitbut ist in der Thonetschen Sphäre bereits heimisch, da er vor zwei Jahren die Medaille 
gefertigt hat, die jeder Thonetsche Arbeiter nach vierzigjähriger Dienstzeit in Silber erhält. 
Wir geben auch eine Abbildung des reizenden Bronzeköpfchens einer kleinen Bretonin, die 
der Künstler vorigen Sommer geschaffen hat. Es ist in der letzten Ausstellung der Sezession 
durch seine zwanglose Anmut sehr zur Geltung gelangt. 
KLEINE NACHRICHTEN so 
NTERRICHT IN ORNAMENTALER SCHRIFTF Rudolf v. Larisch, 
hat in seinem jüngst erschienenen Buche: „Unterricht in ornamentaler Schrif" 
seine ganz neue und originelle Methode des modernen Schriftunterrichtes in musterhafter 
Darstellung niedergelegt. Er hat dadurch die Möglichkeit geschaffen, diesen Zweig des 
Kunstunterrichtes pädagogisch und künstlerisch umzugestalten und so dem Schriftunter- 
richt, der sich bis jetzt in dem ganz ausgefahrenen Geleise der Kopiatur bewegte, neue 
Bahnen gewiesen. Wie die streng-sachliche Schreibweise den erprobten Lehrer, so läßt 
die vornehm-modeme Ausstattung den geschmackvollen Praktiker erkennen. Von beson- 
derer Wichtigkeit wird es sein, diese neue Methode auf ihre pädagogisch-didaktische 
Richtigkeit und auf ihre praktische Durchführbarkeit hin zu betrachten. Der Verfasser stellt 
in erste Linie das „persönlich-handschriftliche Moment", das ist die Pflege der dem Indi- 
viduum anhaftenden Eigentümlichkeiten, welche bisher nur in der gewöhnlichen Hand- 
schrift zum Ausdrucke kamen. Der moderne Pädagoge hat die vorhandenen Fähigkeiten 
des Schülers auszubilden und zu pflegen, nicht demselben etwas äußerlich aufzupfropfen, 
was in kurzer Zeit wieder abhanden käme. Selbstverständlich muß darum von vornherein 
auf die Verwendung der bisher üblichen Vorlagen verzichtet werden. Die zahlreichen inter- 
essanten Abbildungen des Buches (durchwegs Schülerarbeiten) sollen nur als Illustrationen 
zu den methodischen Auseinandersetzungen gelten. 
' R. v. Larisch: Unterricht in ornarnentaler Schrift. lrn Auftrage des k. k. Ministeriums für Kultus und 
Unterricht herausgegeben vom Lehnnittelbureau für gewerbliche Unterrichrsanstalten am k. k. Österreichischen 
Museum für Kunst und Industrie in Wien. K. k. Hof- und Staatsdruckerei.
	        

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