MAK

Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 7 und 8)

ebenfalls nicht gezeichnet, sondern 
immer geschrieben. 
Einfache Alphabete oder sinn- 
lose Buchstabenverbindungen sind 
ausgeschlossen; immer seien es 
zusammenhängende Texte, welche 
„unter sorgsamster Schonung der 
handschriülichen Qualitäten" be- 
nützt werden. 
Dieses Herausholen des rein 
Persönlichen, diese Einfachheit der 
Ausführung (es ist die Umsetzung 
des Ursprungs alles Schreibens, des 
Ritzens oder Grabens ins Graphi- 
sche) sowie die Unterordnung der 
Buchstabenform unter das Gesamt- 
bild, die Schwarzweißwirkung, 
ferner die Anpassung und Differen- 
zierung der Schrift durch die Werk- 
zeug- und Materialsprache auf so 
natürliche Weise, ist eben das 
Modern-Pädagogische und Künst- 
lerische an Larisch' Methode. 
Bei aller Mannigfaltigkeit je- 
doch müssen keinerlei verkünstelte 
und entartete Buchstabenforrnen 
entstehen, denn neben der Einfach- 
heit ist es die Leserlichkeit, welche 
der Verfasser kräftigst betont. Die 
bisher besprochenen Kapitel bilden 
den ersten, zugleich wichtigsten und 
schwierigsten Teil des Buches, denn bis zu dieser Stufe können und sollen auch die breiten 
Massen der Schuljugend, die Volks- und Bürgerschüler gebracht werden, um so den Fach- 
und Kunstschulen die sichere Basis zum weiteren Ausbau der künstlerischen Schrift zu 
schaffen. Der zweite Teil zeigt,wie auf diesem soliden Grunde nach denselben Grundsätzen 
weitergebaut wird. Larisch behandelt hier hauptsächlich das Einordnen der Schrift in ihre 
Umgebung, die Zuordnung von Schrift zur gegebenen Schwarzweißproportion einer Zeich- 
nung, das Ausklingen einer solchen Fleckenwirkung in die Schrift, die Einheitlichkeit von 
Schrift und Zeichnung durch Strichstärke und Material, sowie das Differenzieren durch 
den Zweck (Annonce, Plakat) und nach dem Material (Holzschnitt, Patrone etc.). Das 
„persönliche", geschriebene Buch findet seine Würdigung wie auch der Gotik und jener 
Formen, welche den Übergang von der Schreib- zur Druckschrift bilden, gedacht wird. 
Eigenartig sind die Übungen in Ton, Gips, auf Metall und Holz, welche zur Festigung des 
handschriülichen Charakters beitragen sollen. Einzelne Kapitel sind dem Entwicklungs- 
mäßigen, der Leserlichkeit und der Buchkunst gewidmet. Es können hier nur die Ziele 
und Wege der neuen Schriftmethode angedeutet werden. 
Der Zeichen- und Schriftlehrer aber wird beim Studium des Buches eine Fülle von 
pädagogischen Winken und künstlerischen Feinheiten finden. K. janoschek. 
 
Franziska Hofmanninger (Mappe, Stickerei) 
GEFÄSZ AUS BERGKRISTALL. Das sensationellste der diesjährigen Lon- 
doner Kunstsaison war der Verkauf des S. 450 abgebildeten „Biberons" oder Kristall- 
bechers in Christies Auktionsräumen zu dem erstaunlichen Preise von 407.000 Kronen. 
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