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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 7 und 8)

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Vorfahren nachbar- 
lich gesellt, desMeis- 
ters Villa am Meere. 
Daneben findet sich 
dann jene lieblich in- 
nig lrleinmeisterliche 
Landschaftskunst 
voll Heimatsfröm- 
migkeit und gemäch- 
lichem Fabulieren, 
voll stillvergnügtem 
VersenkenindieEnge 
der Umwelt, und in 
die Heimlichkeit der 
Blätter und Gräser. 
Treuherzig,vielleicht 
etwas trocken in sei- 
ner Biederkeit, aber 
absolut ehrlich schil- 
dert der Schweizer 
Biederrnann in pathe- 
tischer Zeit sein Par- 
tenkirchen ohne jede 
Stilinszenierung. 
Zu solchem Wesen stimmt gut eine liebenswürdig genrehafte Romantik, der Welt 
Schwinds und Richters verwandt. Man triEt sie in den traulichen Bildern Karl Spitzwegs, 
der den Klausner in der Waldkapelle malt, Mädchen auf dem Gebirgspfad wandelnd und 
die gemütliche Beschaulichkeit des alten Herrn mit Hund, auf seinem Lieblingsplatz unter 
dem Schattenbaum. Aus dem liebevollen Naturschauen, aus der Andacht zum Kleinen 
entwickelt sich aber auch ein intensiverer Sinn für die Nuancen von Licht und Luft 
und damit verfeinerte koloristische Dis- 
tinktion. Man trifft hier manche, die ver- 
gessen waren und die unsere Augen heute 
überraschen durch ihren Geschmack der 
Farbenstimmung und durch ihre Hellhörig- 
keit für Reize, die nun nicht mehr als 
alleinige Entdeckungen der französischen 
Meister gelten können. 
Eine höchst interessante Begegnung 
hat man zum Beispiel mit David Kaspar 
Friedrich (1774-1840). Tönungen vollDe- 
likatesse und musikalischem Klang weist er. 
Der Regenbogen über der Wiese am lila 
Himmel ist für die Zeit seiner Entstehung 
etwas ganz Einziges in seiner weichen ver- 
schwimmenden Schönheit. 
Fesselnd ist dieser Künstler auch in 
seinen Phantasiestiicken, wie in dem 
„Lebensstufen", das wieder in dem Motiv 
der Segel vor einem violett-orange Himmel 
aparte Farbenstirnmung hat. Das seltsame 
pmuhk, gofmanninggy, 53:51; Selbstbildnis des Malers in seinem Atelier 
 
Franziska Hofmanninger, Reigen 

	        

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