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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 9)

einfach und kräftig bleiben. Mit Glück 
sind hie und da Motive der Indianer 
angewandt. Andere tragen Piianzen- 
motive. I-Iowes Arbeiten sind die 
ersten, welche trachten, unsere 
Farmerhausindustrie in künstlerische 
Bahnen zu lenken. Sehr passend 
erweisen sich derartige Vorhänge 
und Decken im Verein mit den hier 
so beliebten Missionsmöbeln von 
geraden Formen und unpoliertem 
Holz, die ich schon öfters besprach. 
Viele Entwürfe für Exlibris- 
Dedikationen fanden sich auf der 
Ausstellung, von denen manche alt- 
modisch, andere geschmacklos wirk- 
ten. Aber auch von originellen Ideen 
legten verschiedene Zeugnis ab. Zu 
den anrnutigsten Entwürfen gehörte 
derjenige von M. J. Schweitzer, der 
einen wohltuend beruhigenden Ein- 
Samuel Howe, Bauernstickerei druck hewßfbfingti wie  Lektüre 
eines gediegenen Buches. 
So viel über die Ausstellung der „Architectural League". Tafft und 
Bellknap, von denen ich letztes Jahr berichtete, daß sie Kunstgewerbeaus- 
Stellungen veranstalten, haben damit wieder aufgehört und verkaufen nur 
einzelne Waren. Sie haben allen Ansprüchen einer künstlerischen Zentral- 
stätte für das Kunstgewerbe entsagt. Dafür muß konstatiert werden, daß die 
„Keramic Society", die bisher einen dilettantenhaften Anstrich trug und 
deshalb von mir in diesen Blättern noch gar nicht erwähnt wurde, sich 
zu einer Vereinigung von künstlerischem Gepräge emporgearbeitet hat 
und wenigstens für diese Branche des Kunstgewerbes jetzt als Zentrum 
gelten kann. Früher beherbergte sie nur die Porzellanmalereien dilettie- 
render Damen, jetzt sind Künstler und Künstlerinnen der Keramik bei- 
getreten. 
Einesteils beteiligen sich die großen Firmen Louis C. Tiffany, die für 
Roockwood, Grueby etc. arbeitenden Künstler, anderseits sind individuelle 
Leistungen solcher Einzelkünstler vertreten, die heute nicht mehr wie früher 
bloß auf die farbige, ausländische Ware arbeiten, sondern die einheimische 
Tonerde benutzen und Unterglasurarbeiten herstellen, denen die in letzter 
Zeit erblühten kunstgewerblichen Schulen und die dem Kunstgewerbe ge- 
widmeten Abteilungen hiesiger Colleges zur Förderung gedient haben. 
Auf der keramischen Ausstellung Helen besonders die keramischen 
Arbeiten von Louis C. Tiffany auf. Ganz kürzlich hat dieser sich auch auf 

	        

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