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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 9)

 
A. Fisher, juwelenkästichen aus vergoldetem Kupfer und Email 
Modelles. Er bemüht sich, dessen Sinn zu erforschen und das Ergebnis 
seiner Prüfung mit absoluter Aufrichtigkeit zu konstatieren. Nur die 
Ähnlichkeit der Methode erinnert an Leonardo. Was Gefühl betrifft, nähert 
sich Granie eher Cranach und Dürer. 
Aus diesen Zeichnungen ersieht man, wie sehr er die Natur und die 
Wahrheit liebt. Die Kunst des Bildnismalers besteht in seinen Augen nicht 
in geschickter Faltenlegung und Posierung. Er beobachtet nur das Gesicht 
und zeigt seine Stärke in der Betonung einiger wesentlicher Züge. Seine 
Methoden sind durchaus einfach. Gewöhnlich arbeitet er mit schwarzer und 
roter Kreide und erhöht hie und da die Wirkung mit spärlich angewandtem 
Gold. Da findet man des Zeichners vollendete Kunst - lauter und klassisch. 
jede Zeichnung zeigt des Künstlers unverkennbare Individualität und seinen 
festen Entschluß, durchgehends Werke von seiner würdiger Vollendung 
auszuführen. Niemals arbeitet er schnell und hastig, denn Granie' hat wahrlich 
die Kraft, seine Produktion zu beschränken und den Versuchungen des 
Reichtums und der Popularität zu widerstehen. 
Er findet diese Kraft in ausdauernder, stetiger Arbeit, die er allerdings 
niemals bis zur Erschöpfung treibt und in der er durch seine Naturanlage 
unterstützt wird. Er haßt sowohl Träumerei als Ausschweifung und nährt 
seinen Geist an gesunder Lektüre. Er liebt Körperübung und Sport und 
ungleich vielen anderen französischen Künstlern glaubt er, daß eine gesunde
	        

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