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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 9)

Symbola von J. Strada, mit Titelblättem von E. Sadeler geschmückt, 
hervorzuheben. In der Abteilung der Glasarbeiten sei ein Pokal mit 
Diamantgravierung und Vergoldung, wohl eine Arbeit der vom Erz- 
herzog Ferdinand zu I-Iall in Tirol gegründeten Glashütte, besonders 
angeführt. Die Abteilung der Keramik erfuhr durch Erwerbung 
eines Beckens aus Majolika, mit der Darstellung einer Bärenjagd, 
einer Arbeit der Werkstätte der Fontana in Urbino aus der zweiten 
Hälfte des XVI. Jahrhunderts, die wertvollste Vermehrung. Ver- 
hältnismäßig zahlreich ist der Zuwachs von Metallarbeiten. Ein 
anläßlich der im Gewerbemuseum zu Troppau veranstalteten Aus- 
stellung älterer Goldschmiedearbeiten erworbenes Reliquiar aus 
Silber bietet Interesse als Arbeit einer Prager Werkstätte vorn Be- 
ginne des XVIII. Jahrhunderts. 
Die Zahl der dem Museum geliehenen Gegenstände hat sich 
abermals durch den weiteren Vollzug der Übersiedlung der Samm- 
lung Lanna bedeutend vermehrt. 
Die Besucherzahl gestaltete sich im Verhältnis zu den vorher- 
gehenden Jahren niedriger, indem sie 18.089 Personen gegen 
23.546 Personen des Jahres 1903 betrug. 
Die Bibliothek wurde im Jahre 1904 an 284 Besuchstagen 
von 10.226 Lesern besucht, welche 25.648 Bücher und 58.991 Vor- 
bilder benützt haben. Aus dem Hause sind von 47o Personen, Lehr- 
anstalten und Industrieunternehmungen 647_Biicher und 1066 Vor- 
bilder entliehen worden. Zu Ankäufen für die Bibliothek sind im 
verflossenen Jahre 1o.648'75 Kronen verwendet worden. Der Be- 
stand an Büchern ist von 4102 Werken auf 4305 Werke gestiegen. 
Wie alljährlich veranstaltete das Museum auch im Jahre 1904 
sechs öffentliche Vorlesungen, welche in der Zeit vom 17. Jänner 
bis Mitte März bei freiem Zutritte im Vortragssaale des _Museums- 
gebäudes stattfanden. Im ganzen bezifferte sich der Besuch dieser 
sechs öffentlichen Vorlesungen auf 1484 Personen. 
Außer diesen öffentlichen Vorlesungen wurden auch in diesem 
Jahre Vorlesungen für engere Kreise der Gewerbetreibenden abge- 
halten, und zwar ein Zyklus für Goldschmiede, Juweliere, Graveure 
und Gürtler und ein zweiter für Typographen. Die Zahl der Besucher betrug 1989 Personen. 
Für Zwecke der Preisausschreibungen stand außer dem aus dem Jahre 1903 stammen- 
den Reste von 475 Kronen ein Betrag von 1ooo Kronen zur Verfügung. Aus dieser Summe 
von 1475 Kronen wurden auf Grundlage des im Jahre 1897 festgesetzten Programms für 
das Jahr 1904 Preise im Gesamtbetrage von 1360 Kronen bestimmt und als Preisaufgaben 
eine I-Iängelaterne, ein Regenschirmgritf, der Einband eines Taschenkalenders und Idee zu 
einer Erinnerung an Prag für Fremde ausgeschrieben. 
A. Fishcr, Venus-Spiegel 
aus Bronze 
An Ausstellungen waren zu verzeichnen: die Ausstellung von modernen keramischen _ 
Erzeugnissen und die Ausstellung "Die Kunst in Prag zur Zeit Rudolph 11.", welche 
vom 6. März bis 4. April dauerte. Nach Schluß dieser Ausstellung wurden Vorberei- 
tungen zu der unter den österreichischen Museen zirkulierenden Gobelinausstellung 
getroffen. Vom 1. Juni bis 3.Juli fand im Museum eine Ausstellung von Titelblättern statt. 
Im November folgte die Ausstellung der anläßlich der Preisausschreibung eingesandten 
Konkurrenzarbeiten. Wie in den vorhergehenden Jahren, wurde auf Grundlage des im Jahre 
1899 anläßlich der ersten Weihnachts-Ausstellung festgesetzten Programms eine Aus- 
Stellung neuer, einheimischer kunstgewerblicher Erzeugnisse im Monate Dezember ver- 
anstaltet. Der Besuch der sechs Ausstellungen im Jahre 1904 betrug im ganzen 13.620 
Personen.
	        

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