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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 10)

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Dieser schwerwiegende 
und tiefgreifende Vorgang 
teilt sein Leben in zwei 
ungleiche Abschnitte; er 
prägt sich in seinem 
äußeren Leben wie in 
seinem Schaffen aus und 
verhinderte ihn, jene all- 
gemeine Anerkennung 
und jenen Erfolg zu 
erleben, die ihm sonst 
voraussichtlich geblüht 
hätten. KünstlerischeAn- 
erkennung ist ihm freilich 
schon frühe und oft zu 
teil geworden. Ja es kenn- 
zeichnet geradezu seine 
Entwicklung, daß unter 
seinen Förderern vorwie- 
gend Künstler tigurieren, 
daß ein großer Teil seiner 
ArbeiteninKünstlerhände 
überging. Ein Beweis für 
diesen Umstand ist seine 
Rudolf Ribarz, Dorf in den französischen Dünen (Cayeux), X880 Aufnahme in den „Cercle 
artistique et litteraire", 
der von einem Kunstfreund (Martinet) im Anfang der Achtzigerjahre ge- 
gründet wurde. Ein großer Ausstellungssaal vereinigte die besten der damals 
wirkenden Maler und Bildhauer in ausgewählten Werken, die ohne Rücksicht 
auf den Geschmack eines größeren Publikums, aber dafür zur eigenen Augen- 
weide der Künstler und Kenner zusammengestellt waren. 
Auch Ribarz war aufgefordert worden, Arbeiten einzusenden und wie 
es unter Künstlern üblich ist, zum Austausch von Arbeiten eingeladen; unter 
denen, die einen Ribarz besitzen wollten, waren Rodin, Cazin, Thaulow, 
Raffaelli. Roll kaufte freigebig zwei holländische Bilder von seinem unbe- 
mittelten Kollegen, von dem er schon früher Studien erworben hatte. Aber 
auch die Großen der älteren Generation wie Daubigny und Dupre freuten 
sich, seine Bilder zu besitzen. Mit Rücksicht auf diese künstlerische Aner- 
kennung ist es auch verständlich, daß er verhältnismäßig früh zum Societaire 
der „Societe Nationale des Beaux-Arts" gewählt wurde, zu ihren Gründern 
zählt und auch öfter Juror war. 
Um es zu solchen Ehren zu bringen, war eine bedeutende Arbeits- 
leistung nötig, die einem festgesteckten Ziele zustrebte. Es ist kaum ein 
Dezennium Zwischenraum von jener Zeit, wo der gänzlich fremde, wage- 

	        

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