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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 10)

pendale nach „Queen 
Anne"-Modellen mit 
Zutaten französischer 
Ornamentierung kein 
Platz ist. Die Stärke, 
der Charakter dieser 
Stücke beruht nicht 
auf anmutiger Form 
oder auf der Wahl 
sorgfältig gesuchter 
Farben in der Panee- 
lierung der äußeren 
Flächen. Spooner hat 
allerdings einige Zier- 
stücke entworfen, 
deren Schönheit nicht 
ganz auf Konstruktion 
beruht, wie zum Bei- 
spiel einenKasten aus 
italienischem Nuß- 
baumholz mit spär- 
lich verwendeter El- 
fenbeineinlage und Silberbeschlägen. Diese Stücke sind aber Ausnahmen und 
Penty speziell beschränkt sich auf rein konstruktive Möbel. Er neigt sich mit 
Vorliebe zur würdigen Bescheidenheit der Muster der jakobäischen Zeit, in 
welcher _ das wird von den Sachverständigen einstimmig anerkannt - das 
englische Mobiliar eine Vortrefflichkeit des Stiles erreichte, nicht unwürdig 
die Staffage für die lange Reihe der von van Dyck unsterblich gemachten 
I-Iöflinge und vornehmen Damen zu bilden. 
Die neue Kunst, welche an das scharfe Licht der Kritik der Mittel- 
klasse zu bringen sich Penty und Spooner zur Aufgabe gemacht haben, 
ist ein fein ausgedachter und vorsichtig disziplinierter Versuch, die edle 
Überlieferung der Meister des großen englischen Eichenzeitalters fortzusetzen, 
des Zeitalters, das mit Königin Elisabeth begann, in den stürmischen 
Tagen der Stuarts seine Blüte erreichte, um dann unglücklicherweise, wie 
alle andere Kunst, durch den Bürgerkrieg in dem natürlichen Entwicklungs- 
gang gestört zu werden. Häusliche Einrichtung von nüchternem und etwas 
düsterem Charakter herrschte in der Periode der Königin Anna vor und 
war mehr englisch insular als zu irgend einer anderen Zeit. Es ist nur natür- 
lich, daß der moderne Möbelkünstler sich dieser Epoche zuwendet, um 
den nationalen Geist zu erfassen und seinen Entwürfen deutlichen Charakter 
zu verleihen. Penty und Spooner haben sich den ganzen Stil dieser 
vergangenen Zeit angeeignet und haben ihm jenen Geist der Modernität 
aufgepfropft, welcher ihrer Arbeit den individuellen Zug gibt und eine weite 
Kassette, entworfen von E. Spencer, ausgeführt von Montague Fordham 

	        

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