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Full text: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 10)

 
Becher von Edward Spencer 
sind. Genie läßt sich durch kein Unterrichtssystem bilden, aber technische 
Fertigkeit und gesunde Theorie kann systematisch entwickelt werden, und 
daran ist wahrlich kein Mangel. 
Daß die allgemein eingeschlagene Richtung gesund und verständig ist, 
ersieht man vor allen Dingen aus der vorherrschenden Tendenz, den Ent- 
wurf dem Material anzupassen, eine Tendenz, die von jahr zu Jahr zunimmt. 
Es ist nicht gar so lange her, daß die Zeichnung als solche vom Standpunkte 
freier Erfindung des Ornaments und guter Ausführung beurteilt wurde. Heute 
wird mehr verlangt. Der Sinn ist aufs Praktische gerichtet und in der ange- 
wandten Kunst ist das Praktische ein höchst wichtiges Element. Der an sich 
schönste Entwurf ist wertlos, wenn er sich nicht ohne große Schwierigkeit 
ins Material umsetzen läßt, und von diesem Standpunkte aus werden die 
National Competition-Arbeiten beurteilt. Heuer mehr als je wurden die besten 
Preise mehr den ausgeführten Gegenständen als den gezeichneten Entwürfen 
zugesprochen, was natürlich zur Folge hat, daß in der nächsten Zukunft das 
Streben der Schüler und Bewerber auf Ausführung im Material gerichtet sein 
wird. Auf diese Weise ergibt sich sofort ein Berührungspunkt zwischen dem 
angehenden Gewerbskünstler und dem Fabrikanten, was für beide nur von 
höchstem Werte sein kann. 
Von dem Niveau der National Competition-Arbeiten mögen die hier 
reproduzierten Entwürfe ein Bild geben. Sie sind nicht nach den ihnen 
zugesprochenen Preisen gewählt, sondern stellen den Durchschnitt der 
ausgestellten Arbeiten dar. Von den 70 Gold- und Silbermedaillen sind
	        
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