MAK

Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 10)

544 
 
Die National Competition x9o5, Kathleen E. Porter, 286 Kings R., Chelsea, London SW., 
Entwurf für ein Damast-Tischtuch 
Funktionen. Auf den Steinblöcken des felsigen Bodens ruhen die Holzhäuser wie Schränke 
auf ihren Füllen. Die Ungleichheiten des Niveaus werden dabei nicht etwa planiert, sondern 
sie werden architektonisch mitbenutzt zu Hebungen und Senkungen der Fassade, so 
daß sich reizvoll kapriziöse Wirkungen der Unsymmetrie ergeben. Ebenfalls bewahrt 
das Umgebungsgelände seinen natürlichen Charakter, die Abhänge, die vorspringenden 
Felsplateaux werden der Gesamtanlage eingeordnet, das Konstruktive wird dekorativ 
benützt. Ein gelungenes und lehrreiches Beispiel dieser Bestrebungen ist das schmucke 
„SommerhoteP, das im Grün des Baumgebüsches auf dem Felsenvorsprung einer der 
Salzsee-Inseln liegt. 
Sein Architekt, Westmann, wurde an dieser Stelle schon einmal gelegentlich des 
Referats über die letzte Interieurausstellung im Hause Wertheim genannt. Er hatte dort 
ein gelungenes Frühstückszimmer, in dem die Farben der hellen Eiche mit dem dunklen 
Filigran der gleich japanischen Schwertstichblättern durchbrochenen Beschläge und dem 
Orangegelb der gestickten Stoffe wirksam zusammenklangen. 
Auch sein Haus hat frische Farbenstimmung. Auf Steinblöcken, durch Lattenwerk 
verbunden, ruht es. Sein Untergeschoß fügt sich aus gelbgebeizten Planken, die wie die 
Teile der Bootswangen rippenartig - eine lebendige Flächengliederung - aufeinander 
genietet sind. Darüber baut sich das Obergeschoß, weiß gestrichen, auf und darin sitzen 
orangegelb die Fensterrahmen mit dem weißen Sprossenwerk der Scheibenteilung und 
jede Fensteranlage schließt oben ein kleiner Abdachungssims ab. 
Wie die Fenster in ihrer farbigen Betonung und ihrem Rahmenwerk ein natürliches 
Ornament der Fassade bilden, so wirken sie auch für die Innenräume. Sie sitzen hier 
nicht in tapetenausgeklebten Wandausschnitten, sondern ebenfalls in einem breit- 
geführten Kastenrahmen aus Holz, der sich olivgrün aus der weißen Wandiiäche hebt, 
und natürlich sind sie als Mittelfenster, die links und rechts tiefe Ecken freilassen, angelegt. 
Diese Fensterarchitektur, organisch und betont aus der Wand entwickelt, bedarf keiner 
Tapezierverhüllungen, leichte Scheibengardinen aus indischer Seide hängen in ihrem 
Holzrahmen.
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.