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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 10)

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direkt in den Park gelangt. Die zahlreichen Fenster, durch die man die ganze Anlage 
übersieht, geben dem Raum den Eindruck eines Gartenpavillons. Die Möbel sind weiß 
lackiert, die Überzüge und Vorhänge gelb und das ganze Interieur auf diese Farben 
gestimmt. Die zahlreichen Ständer, Tischchen, Vasen mit starker Verwendung von 
Glas und Metall, angefertigt von E. Bakalowits Söhne, erzielen mit ihrem Glanz und 
Schimmer eine gute Wirkung, die noch gehoben wird durch das von allen Seiten 
einHießende Licht, das von dem Park einströmt. 
Ähnlich in der Stimmung ist ein Toilettezimmer, weiß lackiert mit vergoldeten 
Beschlägen mit einem in Weiß gehaltenen Kamin, mit Beleuchtungskörper-n aus farbigem 
Glase, die bestimmt sind, auf dem weißen Lack, dem Marmor des Kamins und den 
Beschlägen ein farbiges Spiel des Lichtes hervorzubringen. Der Toilettetisch mit der 
starken Ausnehmung in der Mitte, urn mit dem Fauteuil nahe an den Spiegel rücken zu 
können und die Laden mit den Utensilien nahe den Händen zu haben, ist aus dem Zweck 
des Möbels konstruiert, einfach und praktisch. Sind die besprochenen Räume vorzüglich 
darauf berechnet, eine gewisse Farbenstimmung zu erzielen, so sehen wir in anderen 
Interieurs hauptsächlich die Wirkung des Materials und die Konstruktion betont. Ein 
Schlafzimmer, ausgeführt von Karl Prömmel, zeigt große glänzend polierte Flächen aus 
Blumenesche, die durch die Wahl des I-Iolzfladers und die ausgezeichnete Technik eine 
besondere Wirkung erzielen. Um diese hellen Flächen noch mehr zu charakterisieren, 
sind sie von Ebenholzstreifen umrahmt, die wieder mit Metallstreifen versehen sind, 
wodurch die Konturen der Möbel besonders betont werden. In einem Herrenzimmer aus 
lichtem italienischen Akazienholze sind die Glastüren des Bücherschranks durch geo- 
metrisches Ornament aus Holzstäben geteilt, in der Art des Biedermeierstiles, der ja 
besonders in Wien auf die Inneneinrichtung so starken Einiluß übt. In einem von 
A. Pospischil ausgeführten Herrenzimmer, das durch die Art der Teilung der Wände 
durch schlanke Säulchen, die Konsolen tragen, an schottische Vorbilder erinnert, zeigt 
Prutscher, wie gute Wirkungen mit kleinen, mit der Maschine geschnittenen geometrischen 
Intarsien zu erzielen sind. A. Schestag 
MÄIITEIILUNGEN  
R-El-CHilSCHEN MUSEUM 
 
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IBLIOTHEK DES MUSEUMS. Vom 21. Oktober bis 20. März ist die Biblio- 
thek des Museums wie alljährlich, an Wochentagen - mit Ausnahme des Montags - 
von 9-1 Uhr und von 6 -8'fz Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 Uhr geöffnet. 
ESÜCH DES MÜSEÜMS. Die Sammlungen des Museums wurden im 
Monat September von 3481, die Bibliothek von 1038 Perscmen besucht. 
UNSTGEVVERBESCHULE, Mit der Leitung der ehemals von Baron Myrbach 
geführten Fachschule für Zeichnen und Malen wurde vom Beginn des Schul- 
jahres 1905106 der Lehrer Karl Otto Czeschka betraut und an seiner Stelle dem Lehrer 
Erich Mallina die Unterrichtserteilung im fxguralen Zeichnen an der allgemeinen Abteilung 
der Kunstgewerbeschule übertragen. 
Mit Genehmigung des k. k. Ministeriums für Kultus und Unterricht wird im Schul- 
jahre xgo5]o6 an der Kunstgewerbeschule provisorisch ein praktischer Kurs für Freske- 
malerei unter Leitung des Professors Andreas Groll eingeführt werden.
	        

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