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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 11)

an. 
Die Bestre- 
bungen, welche 
dahin abzielen, 
den noch vor- 
handenen wert- 
vollenDokumen- 
ten richtigere 
Betrachtung und 
besseres Ver- 
ständnis zuzu- 
führen, müssen 
diejenigen för- 
dern, welche mit 
modernen Mit- 
teln Ebenbürti- 
ges zu leisten 
suchen, und stehen zu diesen nicht im Widerspruch. In sehr interessanter 
Weise hat O. Stiehl nachgewiesen, daß zur Zeit der deutschen Städtegrün- 
dungen, im Mittelalter, Bedingungen für den I-Iausbau herrschten, die mit 
jenen aus der jüngsten Zeit des rapiden Städtewachstums große Verwandt- 
schaft aufweisen. Daß ferner auch die einfachen, grundlegenden Kunstprin- 
zipien, zu denen die neueste Zeit zurückkehrt, schon das deutsche Mittelalter 
gekannt und geübt hat - obwohl das XIX. Jahrhundert aus der scheinbaren 
Unregelmäßigkeit jener Bauwerke ganz andere Folgerungen gezogen hat. 
Wir wollen nun einige in dieser Zeitschrift bereits früher angestellte 
Betrachtungen dahin ergänzen, daß wir den Kreis derselben auf noch nicht 
berührte Orte ausdehnen und ihre Resultate durch Prüfungen des Materials 
erweitern, welches unsere Illustrationen heute vergegenwärtigen. Wir werden 
dadurch Bestätigungen für einige soeben festgestellte Ergebnisse gewinnen. 
In einer Studie über Halle und Diele wurde früher die Entwicklung des 
I-Iausgrundrisses, besonders aber die Bedeutung typisch wiederkehrender 
Haupträume besprochen und die Erörterungen über das moderne und alte 
englische Wohnhaus gaben Gelegenheit, die Behandlungsweise dieser Fragen 
in einer bestimmten modernen Bautätigkeit zu beleuchten. Gleichzeitig führte 
eine Folge von Abbildungen alter englischer Wohnhäuser, bei denen der 
Fachwerkbau überwiegend vertreten ist, Beispiele guter bürgerlicher Bau- 
kunst vor, welche auf die Neubelebung von Einfluß waren und doch der 
Mehrzahl nach den einfachen, kunstgeschichtlich nicht registrierten Fällen 
angehörten. 
Wir führen heute eine Reihe von bürgerlichen Hausbauten vor, wie 
sie das westliche und nördliche Deutschland und das nördliche Frankreich 
aufweisen. Fachwerkbauten, die eine gewisse Gemeinsamkeit der Bau- 
grundsätze besitzen, die auch von formalen Wandlungen im Laufe von 
Jahrhunderten in ihrem Kern nicht ernstlich geschädigt wurden. Die 
 
Detail des Erdgeschosses von einem Fachwerkhaus in l-Ielsingör
	        

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