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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 11)

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Detail eines mittelalterlichen Fachwerkhaus: am Burgtor in Lübeck. 
 
F achwerkbauten am Rhein, in Niedersachsen, in Dänemark, in der Normandie 
stehen auch ihren englischen Zeitgenossen recht nahe und sprechen recht 
deutlich jene Einheit in der Vielheit aus, die einer gefestigten Überzeugung 
und alten Gepflogenheit innewohnt. 
Wenn auch ein großer Teil schon dem XV. und XVI. Jahrhundert an- 
gehört, wenn leider nur ein geringer Prozentsatz noch den ursprünglichen 
mittelalterlichen Typus aus dem XIII. und XIV. Jahrhundert rein verkörpert, 
so ist doch kein Zweifel darüber, daß die Entstehungszeit der ersten Anlagen, 
ihrer zwingenden Grundformen, auch in den späteren Beispielen wieder- 
gespiegelt wird. 
Der große Umwandlungsprozeß von der bäuerlichen Besiedlungsart 
zur städtischen, vom frei und breit gelagerten Gehöft zum eng in Straßen 
gereihten Bürgerhaus gehört dem Mittelalter an. Günstigere Erwerbsver- 
hältnisse und bessere Gelegenheit für die Befreiung von Zins und Abgaben, 
die Möglichkeit, im Zusammenschluß eine wirksamere Verteidigung gegen 
außen zu erreichen, haben ein Zuströmen der Landbevölkerung und ein 
festes Abschließen nach außen durch umfangreiche Befestigungen in den 
Städten zur Folge gehabt. 
„Zunächst zwar brachte man den Schwall der Zuziehenden", sagt Stiehl, 
„auf noch unbebauten Stellen der ummauerten Stadtliläche unter. Man gab 
vor allem Teile der mächtigen Marktflächen zur Bebauung her, und in so 
mancher Stadt erinnern Namen wie: ,Schüsselbuden', ,am Altenmarkt", 
,am wendischen Schild' an die alte Ausdehnung dieser Flächen. Waren 
diese verfügbaren Räume aber vergeben, so begann die schärfere Aus- 
nutzung der Privatgrundstücke und mit ihr der Bodenwucher, die Grund- 
stückeschlächterei und die gleiche Preissteigerung städtischen Bodens wie 
heutzutage. Die großen, für landwirtschaftlichen Betrieb zugeschnittenen 
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