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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 11)

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Höfe im Innern der Städte 
werden in verschiedener 
Weise genutzt. Bald wer- 
den sie mit schmalen Gassen 
durchkreuzt, bald in kurzen 
Sackgassenundmalerischen 
Hofanlagen mit Wohnun- 
gen kleiner Leute eng 
bebaut. Große, alte Königs- 
höfe fallen so der Zer- 
schlagung anheim, alte 
Adelsgeschlechter und Pa- 
trizier, wie die ,Kämmerer' 
und die ,Saphire' in Köln, 
verkaufenihre großenI-Iaus- 
stellen zur Anlage kleiner 
Zinshäuser. Die Hofstellen 
der alten, einfach bürger- 
lichen Ansiedler hatte man 
allenthalben auf ziemlich 
gleiche Größe, etwa 40 bis 
60 Fuß Breite zu 100 Fuß 
Tiefe bemessen, sie wurden 
jetzt vielfach, wie es uns in 
Köln für eine Hausstelle am 
alten Graben urkundlich be- 
zeugt ist, in vier bis fünf 
kleinere Stellen zerlegt, um 
mit Häusern für weniger 
Wohlhabende bebaut zu werden. Die Folgen solcher Aufteilungen mußten 
sich naturgemäß einstellen. Der starke Zudrang neuer Bürger, die lebhafte 
Wertsteigerung der Grundstücke zwang zur schärfsten Ausnutzung der 
gegebenen Flächen. Hart drängte sich Haus an Haus, ursprünglich weite 
Hofiiächen wurden mit dem Nachlassen des städtischen Ackerbetriebes 
überflüssig und aufs äußerste eingeschränkt; Stockwerk türmte sich über 
Stockwerk, und durch das Vorstrecken der oberen Geschosse, durch Anbau 
von Erkern und Altanen suchte man möglichst viel an Raum zu gewinnen, 
möglichst das Grundstück auf Kosten der öffentlichen Straßen zu vergrößern. 
Und ganz wie heutzutage rief das Übermaß solcher spekulativen Ausnutzung 
das Eingreifen der Behörden, den Erlaß von beschränkenden Bestimmun- 
gen, richtigen Bauordnungen hervor. 
Es ist eine Täuschung, wenn meistens angenommen wird, daß der 
mittelalterliche Baumeister bei der Formung der herrlichen Stadtbilder, die 
uns heute noch entzücken, viel freier und ungehinderter seiner Phantasie die 
Eckhaus in Hnlberstadt (in den Untergeschossen umgebaut)
	        

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