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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 11)

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Zügel habe schie- 
ßen lassen dürfen." 
Weiterhin: „Als 
eines der größten 
Hemmnissefüreine 
gedeihliche Ent- 
wicklung unserer 
Baukunsterscheint 
unsdiemassenhafte 
Wiederkehr der im 
wesentlichen immer 
gleichen Wohn- 
hausform, die als 
Mietkaserne den 
Eindruck unserer 
Städte auf so tiefen 
Stand herunter- 
bringt. Es wird das 
wohl allgemein als 
ein ausschließlich 
neuzeitliches Übel 
angesehen, dem 
gegenübermandem 
Mittelalter in der 
freien Mannigfal- 
tigkeit seiner per- 
sönlich gefärbten 
Wohnweise einen 
nicht mehr einzu-  
bringenden Vor- 
sprung zuschreibt. Es ist ebenso gut wie unbekannt und in der Literatur noch 
nicht beachtet worden, daß die große Masse der mittelalterlichen Bürger- 
häuser geringen Umfangs, eben die vorhin erwähnten kleinen Zinshäuser, 
durch ganz Deutschland einer immer gleichen, zäh durch Jahrhunderte hin- 
durch festgehaltenen Grundform folgen." 
„Sie haben durchweg sehr geringe Abmessungen, meist eine Front- 
breite von nur 3 bis 4 Metern, wie sie aus der obenerwähnten Vier- oder 
Fünfteilung der üblichen I-Iofstellen sich ergab." 
Wir hatten Gelegenheit, anläßlich der Studie über Halle und Diele zu 
sehen, wie es die alten Architekten verstanden, trotz der so ungünstigen, 
ganz schmalen und oft sehr tiefen Form des Hausgrundrisses zu einer 
prächtigen Raumwirkung zu gelangen, zu einer vortrefflichen Ausnutzung 
der eigenartigen Beleuchtungsverhältnisse, die heute noch unsere Maler 
entzückt. 
Ratskeller in Halberstadt (erbaut x46!)
	        

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