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Volltext: Monatszeitschrift VIII (1905 / Heft 11)

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sind jetzt in Deutsch- 
land mehrere Ver- 
öffentlichungen im 
Zuge, die den „Land- 
architekturen aus al- 
ter Zeit" (R. Kempf) 
oder der „altbürger- 
lichen Baukunst" 
nachgehen. Damit ist 
gekennzeichnet, wie 
sich das Interesse im- 
mer mehr von jenen 
Bauwerken abwen- 
det, die durch reiches 
Detail und das Zu- 
sammentreffen be- 
sonders günstiger 
äußerer Umstände zu 
Schmuckstücken ge- 
worden sind, die eine 
Ausnahmsstellung 
einnehmen, und im- 
mer mehr den einfa- 
cherenundhäutigeren 
Äußerungen einer 
festen und selbstbe- 
wußten Kunstübung 
zuwendet. Diese sind 
durch das Typische 
ihres Charakters, durch die weite Verbreitung einer zum Gemeingut großer 
Massen gewordenen Kunstempfindung wertvoll und lehrreich. Sie enthalten 
jene Stimmung und Wärme, die dem XIX. Jahrhundert abhanden gekommen 
ist und erfreuen durch ihren Mangel an Prätension und Aufdringlichkeit. 
Mag die Archäologie den Urformen des Wohnbaues, den Zusammen- 
hängen primitiver Kulturformen nachgehen, mag der Kunstforscher die 
Zeitfolge und Urheberschaft der Hauptleistungen feststellen, mag der Kultur- 
forscher die wichtige Aufgabe erfüllen, jene Leistungen mit dem Leben 
der Zeit in Verbindung zu bringen, der Künstler wie Kunstfreund, der unter 
der künstlerischen Armut und Dürftigkeit unseres täglichen Lebens leidet 
und auf Schritt und Tritt noch sieht, wie es in älteren Zeiten besser bestellt 
war, wird es freudig begrüßen, wenn möglichst viel von den leider so rasch 
und unwiderbringlich verschwindenden Schätzen der Vergangenheit aufgeklärt 
und wenigstens in der sachlichen Darstellung erhalten bleibt. Das eifrige Stu- 
dium, der wiederholte Vergleich der guten alten Arbeiten mit den Bedingungen 
Straße „im Sack" in Braunschweig
	        

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