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Volltext: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 1)

 
Toggenburger Häuser, Ebnat 
werden, die künstlerischen Formen der ländlichen Bauweise seien importierte. 
Das trifft im Detail zu. Es gibt Bauernhäuser mit gotisierenden Details, mit 
Renaissance-, Bar0ck- oder Rokoko-Einzelheiten, aber es gibt kein gotisches, 
kein Renaissance-, kein Barock- oder Rokoko-Bauernhaus, weil der Ausdruck 
vereinzelter stilistischer Formen niemals dem baulichen Gedanken gegenüber 
die Oberhand bekam. Das brachte erst das XIX. Jahrhundert fertig; die Frage 
der innerlichen Notwendigkeiten wurde durch den Formalismus übertönt. 
Die Schweiz, reich an kostbaren Überbleibseln aus vergangener Zeit, 
leidet genau unter dem nämlichen Umstande. jedes Jahr reißt größere Lücken 
in den Bestand alter Bauwerke. Niemand rührt sich, um diese köstlichen 
Zeugen der Vergangenheit in zweckentsprechender Weise auf dem Papier 
wenigstens zu erhalten, geschweige denn, daß ein Bautenmuseum die 
Möglichkeit gäbe, charakteristische Denkmäler ländlicher Baukunst zu 
konservieren. Das an Bevölkerungsziffer und Nationalwohlstand etwa mit 
der Schweiz auf einer Linie stehende Dänemark hat sein Bautenmuseum im 
Lingby bei Kopenhagen und besitzt in demselben Beispiele bäuerlicher An- 
lagen, deren Größe den vielfach erhobenen Widerspruch: Nur kleine Objekte 
ließen sich transferieren, gründlich widerlegt. Das „Doppelgehöft aus Näß" 
mißt in der Längsrichtung zirka 60 Meter und in der Breite etwa 40.
	        

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