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Volltext: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 1)

Raum II. Deutscher Hausrat aus den Sudetenländem 
meist in Holz vertäfelt, ohne viel dekoratives Beiwerk zwar, aber mannig- 
fach verschieden in der Art der Füllungen, in den Verhältnissen. 
Überall blieb das Naturholz, eng gewachsenes schönes Fichtenholz, in 
voller Wirkung stehen, nur hin und wieder durch eine kleine farbige Zu- 
tat bereichert. 
In neuerer Zeit hat sich der Ölfarbenanstrich eingebürgert, doch ist 
man nirgends auf die Geschmacklosigkeit verfallen, Holzmaser durch Malerei 
nachahmen zu wollen. Wo der Anstrich (aus Reinlichkeitsgründen) in An- 
wendung kam, ist er deutlich als solcher charakterisiert. Man wollte weder 
sich selbst noch anderen etwas vorlügen, auch einer der Vorzüge dieser 
Zeugen einer anderen Zeit. - Was heute wieder so sehr befürwortet wird, 
das Einbauen der Möbel, ist in diesen Toggenburger- ebenso wie in den 
Bauernhäusern anderer Landstriche der Ostschweiz eine längst angewandte 
praktische Einrichtung, die übrigens auch beim bürgerlichen städtischen 
Hause sich hielt, bis die neueste Zeit mit all diesen vortrefflichen brauch- 
baren Dingen aufräumte. Es gibt kaum eine Wohnstube in diesen Bauern- 
häusem, wo nicht mindestens eine ausgiebig große Kredenz mit einem als 
Seitenteil ausgebildeten Lavabo fest mit der Wand verbunden, das heißt, 
zum Teil in dieselbe eingelassen, sich vorfindet. Die Zinngefäße der Wasch- 
vorrichtung fehlen allerdings durchwegs, denn auch diese Landstriche sind
	        

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