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Volltext: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 1)

regelmäßig mit derBemerkung: 
„En somme, Sie wenden nur 
an, was wir erfunden haben. 
Warum bringen Sie nichts 
Eigenes, Selbständiges?" Man 
beginnt manche unserer künst- 
lerischen Erscheinungen des 
vorigen Jahrhunderts, für die 
man bisher ein mitleidiges 
Achselzucken hatte (ich er- 
innere nur an Danhauser, 
Amerling, Pettenkofen), mit 
anderen Augen anzusehen; die 
etwas schnodderige Atelier- 
stimmung, für welche Muthers 
Geschichte der modernen 
Malerei der bezeichnende Aus- 
druck war, ist verflogen und 
hat einer gerechteren Würdi- 
gung Platz gemacht. Bald da, 
bald dort wird aus den Reihen 
der angeblich Rückständigen irgend ein Vorläufer der neuen Richtung ent- 
deckt und nicht immer ist es eine Kunsthändlerspekulation, welche hinter 
dieser erneuten Wertschätzung steckt. Es ist das Gefühl, daß in der Kunst 
die Technik zwar viel, aber nicht alles bedeutet, das Gefühl, daß neben dem 
Scharfblick für die natürliche Erscheinung in der Kunst allemal Phantasie 
und Gefühl mindestens gleichberechtigte Fak- 
toren sind. 
Die großen internationalen Kunstausstellungen 
sind im Grunde aus der Vorliebe Für das Massen- 
hafte hervorgegangen, die nach der Ansicht des 
bekannten holländischen Baukünstlers Berlage, 
des Schöpfers der Amsterdamer Börse, ein Ausfluß 
des modernen Protzentums ist. Riesentheater, 
Riesentingeltangels, riesige Bierpaläste und nun 
auch riesige Kunstausstellungen - alles um die 
Intimität des Vergnügens, des Kunstgenusses in 
lautem Tamtam zu ersticken. Die Reaktion auf 
allen Gebieten ist unausbleiblich. So haben wir 
intime Theater, intime Cabarets, intime Kneipen 
bekommen, für ein Dutzend Stammgäste etwa 
ausreichend, und Kunsthändler bemühen sich, 
Künstler in Solovorträgen stimmungsvoll zu 
 
Schüssel, Fayence, blau mit eingerixzten Verzierungen. 
Tschechoslawisch (Kai. x3u8) 
 
_ _ _ Kmg, Fayence, bemalt in Blau und 
prasentieren. Neben diesen Extremen kommt (m1„ Slowakiggh (im, H60)
	        

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