MAK

Volltext: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 1)

 
Bernalter Trinkkrug, Fayence, Prunkkrug mit Zinndeckel, Steiermark 
Niederösterreich (Kat. x7) (Kai. 3x) 
voller Behandlung des Kopfes doch zu sehr unter der fast ägyptischen Starr- 
heit, zu der ihn das häufige Zusammenarbeiten mit Architekten verführt 
haben mag. Auch seine Statuette eines Esels geht in der Stilisierung 
entschieden zu weit. Das Fell des Grautieres hängt förmlich wie ein Überrock 
über der glatten Haut. Unter den Porträtbüsten ragt Friedrich Hausmanns 
-unseres österreichischen Landsmannes - Marmorbüste einer Dame durch 
geschmackvolle Durchbildung, namentlich der lockeren Haarpartien hervor. 
Die Büsten Rittwegers, Bäumlers und Franz Krügers zeigen jene lebendige 
Porträtkunst, die sich gern dort entwickelt, wo selbstbewußte Charaktere 
nicht selten sind. Hausmann und Bäumler treten auch als Kleinplastiker auf, 
jener in der Bronzestatuette eines eleganten Rennpferdes, dessen Muskulatur 
an Nacken und Schenkeln gut beobachtet ist, dieser in einer Statuette der 
blinden Nydia, die leise vor sich tastend, den Oberleib zögernd zurückbiegt, 
eine zierliche und glückliche Bewegung. Karl Seilers Wassernixe spiegelt 
sich in einem Wasserbecken von etwas vierschrötigen, an Obrists Brunnen 
erinnernden Formen. Die Plaketten von Kowarzik, der wie Hausmann ein 
Österreicher und aus der Schule des Österreichischen Museums hervor- 
gegangen ist, sowie die von Stanieck, dessen Namen gleichfalls schwarz- 
gelbe Klangfärbung hat, sind zum Teil recht gut, doch ebenso wie das 
Bronzerelief einer alten Frau von Heinrich Hirz manchmal etwas unruhig.
	        

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