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Volltext: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 2)

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Aus den Villacher Fachkursen xgo5. Farhrnühle bei Villach (Kurs Professor Keßler) 
wandten auf Wappen, Panieren, Denkmalen der Zivilisation so erschreckt wird, daß er 
reumütig zu der verlassenen armen Löwin zurückkehrt. 
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Kulturelle Reize besonderer Art genießt man in einer Revue seltener französischer 
Lithographien, die Amsler und Ruthard aus einer privaten Sammlung öffentlich zugänglich 
gemacht haben. 
Daumier und Gavarni sind vor allem hier fesselnd vertreten. Von Daumier 
Blätter in einer Schwarzweißkunst von wuchtig dämonischem GriFi, diaholische Nacht- 
stücke und Lebensausschnitte voll gespenstischem Graun. Daumier sah, wie Balzac, wie 
E. Th. A. Hoffmann das Unheimliche im Alltäglichen, die Mischung aus Groteskem und 
Spuckhaftem. Sein Nachtstück aus den Tiefen des Lebens, den Hogarthschen Themen 
der sieben Todsünden verwandt, aber visionärer geschaut, hat eine packende Gewalt 
durch das Zusammengeballte der schwarzen Schattenmassen, die das Zimmer füllen 
und kreidig grell ragt daraus das weiße Bett, vor dem auf der Erde zusammengeknäult 
der Betrunkene liegt. 
Ein anderes Blatt, le ventre legislativ, stellt in amphitheatralischer Runde eine Art 
von Menschenmenagerie dar, Karikaturen, ätzend, bösartig, mit vergiftetem Stift gezeichnet. 
Wie grimmige Entlarvungen aller Spielarten der Bete humaine wirkt diese Komödie. 
Auch Offenbachsche Travestien erscheinen, Ulysses und Penelope im ehelichen 
Schlafgemach, zipfelmützig, philiströs, an Wilhelm Busch' Herr und Frau Knopp 
erinnernd. Dann die Tableaux de Paris, die Croquis des mondainen Treibens in der Mitte 
des XIX. Jahrhunderts. Die Grande Chaumiere von 1842 mit dem Tanz im Freien unter 
den Bäumen, mit Larnpions, Reifröcken, Chignons, Zylinder mit geraden Krempen.
	        

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