MAK

Volltext: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 3)

von Lethaby entworfene 
Kredenz dem ältesten 
und dem bestbewährten 
Muster des einfachen 
Küchenmöbels, wie es 
in vergangenen Jahr- 
hunderten aus Eichen- 
holz gezimmert wurde. 
Die einzigeAbweichung 
ist die gewellte Linie 
unter den beiden Laden, 
die übrigens sehr stö- 
rend wirkt und kaum als 
Verbesserung der Ur- 
form angesehen werden 
kann. Die Originalität 
des Künstlers zeigt sich 
in der  ganze Ober_ Vlll. Ausstellung der Arts und Crafts Society, London. Modell für eine 
Häche bedeckenden Be- Kassette von Florence H. Steele 
malung mit regelmäßig wiederholtem Rankenwerk und Blümchen in grün und 
rosa auf weißem Grund. Die Wirkung ähnelt vielleicht ein wenig jener der 
Glasurziegel eines Waschtisches oder einer Kaminumrahmung; das Muster ist 
vielleicht ein wenig zu verwirrt und unruhig und eher für eine Tapete geeignet 
als für eine Kredenz. Trotzdem läßt es sich nicht leugnen, daß das Stück dem 
Auge gefällig ist - licht und freundlich und ein vortrefflicher Hintergrund für 
das anmutig dekorierte Porzellan von Alfred H. Powell, von dessen Hand auch 
die Bemalung der Kredenz herrührt. Es läßt sich wohl manches daran tadeln, 
aber als Anregung zu neuen Experimenten ist Lethabys Idee willkommen 
und wird zweifelsohne zu Besserem führen. 
Jedenfalls ist Lethaby dieses Küchenmöbel besser gelungen als eine 
gleichfalls von ihm entworfene und von Augustus Mason ausgeführte 
Speisezimmerkredenz. Das lichte Naturholz ist an den Außenseiten der 
Laden mit anderen Holzsorten eingelegt. Nicht nur ist die Methode selbst 
verwerflich, da Einlage dieser Art sich nur für poliertes Edelholz eignet 
und auf der rohen, der Beschmutzung und Entlärbung zugänglichen Grund- 
lage nicht am Platz ist, sondern das Ornament als solches ist von un- 
glaublicher Geschmacklosigkeit - ein kaleidoskopartiges Gewirr von Kurven 
und Vierecken, von Ranken mit schachbrettartig eingelegten Blumen. Dieses 
Schachbrettmuster ist in seiner ursprünglichen Form eine Erfindung der 
Kunstmöbell-irma Heal 8: Son, doch war seine Anwendung nur auf dünne 
Leisten und Umrahmungen beschränkt. Leider wird davon in der Arts and 
Crafts-Ausstellung zu viel Mißbrauch getrieben. Gute Anwendung des 
Motives findet man in den Kreuzbalken der Verglasung und in der Tür- 
umrahmung eines Eckschrankes aus englischer Eiche von Ernest W. Gimson 
an 

	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.