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Volltext: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 3)

je in anderer Weise zu verwenden, 
als um kostbare Steine zu ersetzen. 
Die Textilabteilung war schwach 
beschickt und unübersichtlich ange- 
ordnet. Unter den Stickereien waren 
einige Beispiele schlecht angebrachter 
Ausdauer, mühsam ausgeführte Nadel- 
gemälde, Landschaften und Genre- 
bilder in schwacher Nachahmung von 
Wirkungen, die sich leichterundbesser 
mit dem Pinsel erzielen lassen. Es ist 
dies eine alte, längst aus der Mode 
gekommene Methode, welche von der 
Arts and Crafts-Gesellschaft wieder 
aufgenommen wurde, ebenso wie das 
noch verwerflichere Zusammenreihen 
farbiger Glasperlchen, was eine Lieb- 
lingsbeschäftigung der zimperlichen 
„genteel ladies" der früh-viktoriani- 
schen Zeit war. Wirkliches Verständ- 
nis für die richtige Anwendung der 
Sticknadel zeigte Dalhousie Young in 
,_ dem geschmackvollen Paneel „Japa- 
nische Hähne". Auf weißem Grund 
_, sind die lichtgrünen Ranken und die 
1 Vögel mit bordeauxrotem und saftig 
 blauem Gefieder gestickt. Auch Ann 
Macbeth weiß die anmutigen Frauen- 
gestalten und die Blüten ihres runden, 
Malerei vom Tamamushi-Tabemakel im Horiuji- gesticktem Paneels genügend zu stili- 
Kloster (um 60a n. Chr.), nach der „Histoue de 1' An . . . . . 
du Japan. (Hayashi) sieren, um mit ihrer Nadel ein wirk- 
lich dekoratives Werk zu schaffen, 
das ebenso gefällig in der Zeichnung als frühlingsmäßig frisch und freund- 
lich in der Farbe ist. 
Was der Abteilung für Buchbinderei an origineller Erfindung abging, 
war reichlich durch tadellose Arbeit und reinen Geschmack ersetzt. Unter 
den hunderten hier ausgestellten Einbanddecken war kaum eine einzige, an 
der die wählerischeste Kritik etwas zu tadeln finden konnte, es sei denn die 
ewige Wiederholung gewisser Motive, wie der Tudor-Rose, des Kleeblattes 
und so weiter, die wohl der Anwendung der betreffenden Punzen zuzu- 
schreiben ist. Nur wo auf den Ledereinband verzichtet wurde, in den Holz- 
einbanddecken der Guild ofHandicraft und der London County Council School 
of Arts and Crafts, sowie an den kartonierten Buchumschlägen Lucien 
Pissarros ist etwas mehr Originalität zu finden. Der Nelkenentwurf des 
 
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