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Volltext: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 3)

 
Von einem vorgeschichtlichen japanischen Helme, nach der „Histoire de l' Art du Japan" (Hlyashi) 
folgenden Waren gesendet; Metalle, Juwelen, Gemmen, Drogen, Wohl- 
gerüche, Glas (das dann die Erfindung des Porzellans anregte), Asbest und 
Byssusgewebe, Goldstickereien und kostbare Webereien; man erinnere sich, 
daß Phönizien ja das alte Land der Purpurbereitung war. Als Muster der 
Stoffe führen chinesische Quellen an: Vögel, Raubtiere, menschliche Figuren, 
Pflanzen, Bäume, Wolken (diese vielleicht nur in der chinesischen Auffassung 
als solche vorhanden) und allerlei andere Gegenstände. Alte chinesische Quel- 
len erwähnen auch, daß die syrischen Gewebe den chinesischen überlegen 
waren; wir werden dies beim Überblicke über die allgemeinen Kunstverhält- 
nisse übrigens leicht begreiflich finden. 
Immerhin brauchte die Überlegenheit der kostbareren syrischen Gewebe, 
die aus dem eingeführten Seidenmateriale hergestellt wurden, die Einfuhr 
anderer Gewebe aus China nicht auszuschließen. Denn auch heute sehen 
wir, daß Länder, die auf einem Gebiete der Arbeit das Beste erzeugen, 
andere Waren auf demselben Gebiete der Erzeugung anderswoher beziehen. 
Der von den Syrern begonnene Seeverkehr wurde von den Sarazenen, 
die ja in der ganzen äußeren Kultur Erben der Antike waren, weiter fort- 
geführt. Immer geht auch noch der Weg über Persien und Zentralasien. 
Durch das allmähliche Erstarken der Seidenzucht im Mittelmeergebiete, 
die bekanntlich unter Justinian beginnt, wurde das Importbediirfnis an Seide 
jedenfalls gemindert, aber der Verkehr im allgemeinen nie ganz unter- 
brochen. Besonders wichtig ist dann seit dem XII. Jahrhunderte die Ausbreitung 
der Mongolenherrschaft, die ganz Asien nördlich des I-Iimalaya zu einem 
Ganzen vereinigt. Wenn das Reich, den beiden Kulturzentren China und 
Persien entsprechend, auch bald in zwei Teile zerfällt, so bleibt doch eine 
stetige Verbindung der einzelnen Glieder; nach Persien wurden chinesische,
	        
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