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Volltext: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 3)

Tschandraguptas zweiter 
Nachfolger, der erwähnte 
Acoka, erhebt dann, wie ge- 
sagt, den Buddhaglauben - 
der ursprünglich keine Reli- 
gion sondern eine Philoso- 
phie war _ zur Staatsreli- 
gion und erfüllt das Land 
mit Werken der Kunst. Man 
sucht im Kampfe gegen das 
Hellenentum der eigenen 
Weltanschauung auch greif- 
bare Form zu geben, um 
ihren Bestand sozusagen zu 
sichern. Die Werke Acokas 
(aus der Mitte des zweiten 
vorchristlichen Jahrhunder- 
tes) sind die ältesten erhalte- 
nen Werke Indiens, wenn sie 
auch keineswegs die ersten 
Kunstwerke Indiens über- 
haupt gewesen zu sein brau- 
chen. 
Der Einfall eines neuen 
nordischen _ diesmal sky- 
thischenVolkes - hat inzwi- 
schen im Nordwesten In- 
diens ein neues Reich -- das 
der Gandhara ___ entstehen Seidengewebe, bunt auf himmelblauem Grunde. Österreichisches 
Museum. Über 1]; d. n. G. 
lassen, ein Reich, das poli- 
tisch und kulturgeschichtlich außerordentliche Bedeutung erlangt, um so mehr 
als der Buddhismus Nordindiens sich allmählich von dem siidindischen, der 
in der älteren Auffassung verharrt, loslöst. 
Wenn dieser Prozeß der Teilung auch erst um das Jahr 100 nach Christi 
Geburt durch das Konzil der Kanischka endgültig abgeschlossen ist, so beginnt 
die Trennung anscheinend schon viel früher. 
Und der nördliche Buddhismus, das sogenannte große Fahrzeug, im 
Gegensatze zum kleinen Fahrzeuge, das nicht alle Überlieferung anerkennt, 
ist es, der die Kunstauffassung vor allem Chinas gebildet hat, wenn vorher 
auch schon das kleine Fahrzeug dorthin gewirkt haben mag. In diesen nörd- 
liehen Buddhismus sind aber vielfach antike Kunstüberlieferungen einge- 
drungen. Die Könige der Gandhara hatten griechische Kultur, aber schon 
Menandros (um 150 vor Christi Geburt) scheint zum Buddhismus über- 
getreten zu sein. 
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