MAK

Volltext: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 6 und 7)

 
Porzellnnausstellung inTroppau. Meißener Figur zirka r 765 - 1770 (Kam-Nr. 557). - Meißener Pierrot, zirka r 740. 
Nach dem Stich von Joullain bei Riccoboni - Meißener Figur des Narcesin aus der italienischen Komödie. 
Nach dem Stich von joullain bei Riccoboni, zirka r74o 
Die ornamentale Drolerie, den dekorativen Witz, kultiviert Wassily Kandinsky. Seine 
beiden Bilder „Rosen" und die „Ankunü der Kaufleute" sind in einer bewußten Bilder- 
bogenkoloristik gemalt, sie wirken wie für das Puppentheater eines aus Raffinement 
Primitiven. 
Ein weltmännischer Causeur mit eleganter, leichter Hand und dem Geschmack für 
Chiffongewoge und Bühnenlicht, für die Magie der Lampionsnächte und der Redouten- 
Frou-Frous ist Hans Lichtenberger. Seine farbigen Zeichnungen gaukeln einen kecken 
sprühenden Karneval und sie werden durch die Delikatesse ihrer hauchigen Töne, trotz 
der bequemen Stoffe, nie banal. Sie hängen im Vestibül der Ausstellung in einer sehr 
verschieden gearteten Gesellschaft. Benachbart sind ihrem Lebenstaumel die düster trotzige 
Gewalt Käte Kollwitzescher Radierung aus dem Bauernkrieg, voll schwerer Not, die leiden- 
schaftlich drangvollen Farbenkonvulsionen aufschreiender Munch-Porträte, die archaisie- 
renden Plastiken des Dänen Willumsen. 
Von ihm sieht man im Vorgarten der Ausstellung, im Freien stehend, ein Grab- 
denkmal seiner Eltern. Auf einem Postament die Büsten, ganz einfach, aber mit einem so 
zwingenden strengen Ernst, daß man Todesschweigen und tieflastende Ewigkeitsruhe 
empfindet. 
Die anderen Skulpturen sind Teile eines großen Reliefs: die Schwäche, der Krieg, 
die Reflexion. Sie haben etwas Cyklopisches, Erstarrtes, sie wirken wie Glieder einer Archi- 
tektur barbarischer Riesenzeiten. Man gewinnt keinen nahen Zusammenhang zu ihnen, 
man möchte ihnen eher aus den Wege gehen, aber Charakter haben sie. 
Von anderen Bildhauerwerken verdienen Erwähnung die seltsam fetischartige Mäd- 
cheniigur aus Holz von A. Maillot, gleichfalls archaisch; das eigen gestaltete Silberkruzitix 
von Taschner und seine Kinderbüste auf dem Sockel mit den Vogelvignetten; die Kater- 
Kleinplastiken von August Kraus, die Plaketten von Hugo Kaufmann; die Marmor-Phantasie 
von Fritz Klimt und schließlich eine verkleinerte Nachbildung des imperatorischen Kaiser 
Friedrich-Denkmals für Bremen von Tuaillon, das uns in Originalgröße dann im anderen 
51'
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.