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Volltext: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 6 und 7)

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längeren Beharrens dieser 
Technik in Spanien, nicht 
wegen ihres (heute noch nicht 
gesicherten) Ursprunges hat 
man ein Recht, sie „spanisch" 
zunennen. 
F? 1h 
III 
Durchbrochene Streifen, 
die besonders gerne dicht 
am Rande ausgeführt werden 
und hier als Übergang zu den 
eigentlichenfreienEndigungen 
(Fransen oder Zäckchen) die- 
nen, können auch durch Aus- 
ziehen von Fäden und Ver- 
nähen der übrigbleibenden so- 
wie durch Ein- oder Ansetzen 
von Netzen, die mit Mustern 
ausgenäht sind, gebildet wer- 
den. Es wäre hier der Hals- 
ausschnitt des Gewandes auf 
Seite 372 zu vergleichen. 
Wenn die Durchbrechung 
dllfCh AUSZiChCH VOII Fäden Scipione Pulzone, Maria von Medici, Königin von Frankreich 
hergestellt ist, Spricht man GaleriePittiJ-"lorenz.(NacheinerPhotographieG.BrogiinFlcrenz.) 
von „punto tirato", wenn ganze Partien ausgeschnitten werden, von „punto 
tagliato"; doch scheinen die Ausdrücke schon in den älteren Musterbüchem 
verwechselt zu werden (in der französischen Ausgabe des Musterbuches 
von Vinciolo „Les singuliers et novveavx povrtraicts . . ." [Turin 1589] 
werden sehr verschiedene durchbrochene Formen, die in den italienischen 
Musterbüchern sonst meist dem Namen nach unterschieden werden, durch- 
wegs als „point couppe" bezeichnet). Verwandt dem „punto tagliato", 
aber gewissermaßen sein Widerspiel, sind die selteneren Formen, bei 
denen nicht so sehr der Grund als die Form ausgeschnitten erscheint; 
man vergleiche etwa die Abbildung auf Seite 374 unten, wo die Formen, um 
nicht auseinanderzufallen, auf ein Netz aufgenäht erscheinen; übrigens finden 
sich auch mit Fäden ausgenähte und am Rande dann ausgeschnittene direkte 
Netzarbeiten in mehreren älteren Musterbüchern. 
Die älteren Musterbücher, zum Beispiele das von Valvassore, genannt 
Guadagnino („Esemplario di Lavori", Venedig 1552), unterscheiden zwischen 
„punto in aere", „punto fatto su la rete", „punto amaglieta" und „punto 
dislilato". Die zuletzt genannte Stichart ist wohl die mit ausgezogenen Fäden 
(„punto tirato"); „punto amaglieta" ist natürlich dasselbe wie „lavoro de 
 
So
	        

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