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Volltext: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 6 und 7)

und vernanen gescnar- 
feneDurchbruchstreifen 
finden sich schon auf 
frühen sarazenischen N - 
Arbeiten aus ägyp- 
tischen Gräbern." Und ' 
wenn man die Entste- 
hungszeit dieser Sticke- . 
reien auch nicht genau 
bestimmen kann, so 
darf man trotzdem wohl 
annehmen, daß hier _ 
Zeugen älterer Überlie- ' 
ferung vorliegen als bei 
den italienischen Ar- 
beiten. Ein strenger 
Beweis mangelt heute 
allerdings noch, doch 
könnte ein Blatt in dem 
Musterbuche des Gia- 
como Franco „Nuova 
Inventione" (Venedig 
r596),dashier(Seite373) 
abgebildet ist und die 
Bezeichnung „Mostra 
Suriana con altre mes- 
trette diredicelli" (Syri- 
sches Muster und andere kleine Reticellamuster) trägt, wohl auf orientalische 
Herkunft der genannten Arbeitsart schließen lassen; es stimmte eine solche 
Annahme sehr gut zu dem oben gelegentlich der Macrameearbeit Gesagten, 
und auch der Ausdruck „griechische Spitze", der dann auf die weitere Ver- 
mittlungsstufe hindeutete, ließe sich mit dieserAuffassung sehr wohl vereinen. 
Bemerkenswert erscheint mir aber auch, daß offenbar eines der einfachsten 
Muster als syrisch bezeichnet ist, während das genannte Buch sonst außer- 
ordentlich reiche Formen enthält, die nur einfach „merli di redicella" be- 
nannt sind. 
Man darf also wohl annehmen, daß vom Oriente, der in der Ausge- 
staltung der Leinenwäsche, wie gesagt, Europa überhaupt vorangegangen ist, 
der erste Anstoß erfolgt ist, daß die wirkliche Ausgestaltung dieser Formen 
aber in Italien vor sich gegangen ist. 
Wenn sich in diesen Arbeiten nun von Anfang an die Neigung zu streng 
geometrischen Formen bemerkbar macht, soist das nichts „Gotisches", wie 
"' „Entwicklungsgeschichte der Spitze", Abbildung x. 
Anton van Dyck, Herzog von Richmond (Louvre. Paris) 
5M
	        
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