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Volltext: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 6 und 7)

Die Kinder Karls I. von Anton van Dyck, in der königlichen Gemäldegalerie zu Dresden. (Nach einer Original- 
aufnahme von Franz Hanfstängl in München) 
Während nun, wie bereits angedeutet, der weiß umnähte Durchbruch 
wie die Weißstickerei überhaupt im Oriente bis heute eine Nebenrolle spielt, 
hat der Renaissancegeist Europas diese Formen in ungeahntem Maße be- 
günstigt. Denn die Renaissance, der es vor allem auf plastische Klarheit an- 
kommt, begünstigt naturgemäß die reine Form gegenüber der Farbe, wie sie 
diese ja auch in der Skulptur und Architektur allmählich vollkommen zurück- 
drängt; dann liebt die Renaissance aber auch, die Wirkung des einzelnen 
Materiales zur Erscheinung zu bringen, etwa der einzelnen Quader am Baue, 
so daß die Bosse allmählich ganz besondere Ausdrucksfähigkeit gewinnt und 
selbst an den Säulen hervor-tritt. S0 wird nun das reine Weiß an der Wäsche 
als materialecht erkannt, um so mehr als es keine oder fast keine unbedingt 
waschechte Farbe gibt. Die Renaissance ist aber auch nicht roh materialistisch, 
sondern sie liebt den symbolisch oder sonst künstlerisch umschriebenen Aus- 
druck der Funktionen (etwa von Kraft und Last in der Architektur); so ent- 
wickeln sich nun die Durchbrüche und Zacken als sinnbildlicher Ausdruck
	        

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