MAK

Volltext: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 6 und 7)

429 
ist eines der charakteristischesten 
Werke Kändlers. Sehr fein in Mo- 
dellierung und Dekor ist auch der 
ruhig dastehende Offizier in ziegel- 
rot-weißer Uniform und lilafarbener 
Schärpe (Kat.-Nr. 650, Sammlung 
Karl Mayer). 
Aus verschiedenem Besitz fand 
sich eine amüsante lange Reihe von 
Figuren aus der italienischen Ko- 7 
mödie zusammen, deren Vorbilder ' i'll- 
ich in den Stichen zu dem 1730 in 
Paris erschienenen Buch des Ricco- 
boni „Histoire du Theätre italien" 
fand. Nahezu alle der 17 Stiche sind 
in den Dreißiger- und Vierzigerjah- 
ren zu Meißen in Porzellan model- 
liert worden. Einige davon hat Ber- 
ling, und zwar  XII,  ab_ Porzellanausstellung in Troppau. Meißener Deckelterrine 
gebildet, zwei andere folgen hier im m" unlmmm um "so (Katrin 87) 
Stich und der Meißener Nachbildung. Es sind, wie die Unterschriften melden, 
der „Pierrot" und der „Narcesin de Malalbergo". 
Der Mitte des XVIII. Jahrhunderts gehören die zwei lebhaft bewegten, 
schwerfallig tanzenden Figuren eines Bauern und einer Bäuerin an (Kat.- 
Nr. 63112, Sammlung Grauer). 
Die Kunstweise von Acier, dem 1764 aus Paris nach Meißen berufenen 
Modelleur, zeigt die Figur einer Bäuerin mit Eierkorb im Arm und doppelt- 
gehenkelter Vase am Kopf (Kat.-Nr. 657, Sammlung Grauer). 
Über die frühen Höchster Figuren werde ich an anderer Stelle berichten, 
desgleichen über die von Fürstenberg. Aus der gleichfalls gut vertretenen 
Frankenthaler Plastik hebe ich die hinreißend schöne sitzende Figur einer 
vornehmen lesenden Dame hervor, die der allerersten Hannongschen Zeit 
entstammt und im Katalog abgebildet ist. Die graziöse Ruhe und Intimität 
dieser Figur stellen sie unter die besten Werke der gesamten deutschen 
Porzellanplastik. Gleichfalls der Hannongschen Zeit gehört die große „Toilette 
der Venus" an (Kat.-Nr. 74x, Kunstgewerbemuseum Karlsruhe), die besonders 
durch ihren prachtvollen reichen Dekor fesselt. Das Gewand der frisierenden, 
stehenden Dienerin trägt einen für die Frankenthaler Frühzeit so charak- 
teristischen Dekor, der ähnlich auch an anderen Figuren dieser Zeit in den 
Sammlungen Wurz-Mannheim und List-Magdeburg wiederkehrt. Es ist ein 
schokoladefarbener Grund mit eisenrotgoldenen Chrysanthemen und blauen 
Blümchen, beide an grünen Zweigen. Diese „Toilette der Venus" ist noch 
in verschiedenen Repliken und Varianten erhalten. Am reichsten, mit hinten 
hochaufgebauter Rocaillelaube und einem den Spiegel der Göttin vor- 
56' 

	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.