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Volltext: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 5)

avp. 
 
Josef Engelhart, „Mauerblümchexw, Ölgemäldc. Mit Genehmigung der Deutschen Verlagsanstalt in Stuttgart 
davon lebt er dann so ungefähr die ganze Woche. Es ist die Tragikomödie 
des Wieners, der nicht untergeht, und der lebt und leben läßt. Bei Licht 
besehen, schaut ja die ganze Geschichte nicht anders aus. Es ist ein in seiner 
Weise ergreifendes Bild, denn der wahrhaftige Schilderer hat augenscheinlich 
ein Herz für diese Leute; wie für die armen, toten Kinder im Seziersaal, 
die er in allen Lagen und Verkürzungen so authentisch abgemalt hat. Und 
die triste Lustigkeit des Schauspiels geht auch ins Kolorit über, das soviel 
unvorhergesehene Nuancen enthält, und in den Vortrag, der ein fortwährendes 
rasches Erwischen der Erscheinung ist. . . . 
Übrigens ist auch das Heim Josef Engelharts eine Kunstleistung an sich. 
Die „Wiener Kunstwanderer" haben dies seinerzeit einstimmig anerkannt. 
Es besteht aus zwei Häusern, einem einstöckigen, unverfälscht altwiene- 
rischen Bürgerhause, das noch seine Eltern bewohnten (Nr. I3) und dem 
vom Sohne angefügten dreistöckigen Neubau vom jungen Fellner. Über 
dem Tor des neuen Hauses sieht man im Gitterkäiig ein ulkiges Unge- 
heuer, einen Lindwurm in Bleiguß, der ungeberdig in die vergoldeten Gitter- 
stäbe beißt und im Umherwälzen seine reich modellierten Weichteile der 
Straße zukehrt. Die kapitale Bestie ist ein Meisterwerk Rudolf Bachers, der 
ja als Spezialist für lustige und traurige, philosophische und pudelnärrische 
Ungeheuer anerkannt ist. Die hochanständige Steingasse konnte sich natürlich
	        

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