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Volltext: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 5)

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nicht das Original ist, sondern 
eine von I-Ioudon angefertigte 
Wiederholung, und zwar mit 
einer gewissen Veränderung, da 
die Gesellschaft des XVIII. jahr- 
hunderts, so wenig prüde sie 
sonst war, an einem als un- 
klassisch geltenden Detail des 
Aktes Anstoß nahm und dessen 
Ausmerzung forderte. Die rich- 
tige Houdonsche Diana steht 
in Petersburg, wo sie nicht als 
anstößig gilt. (Siehe den Aufsatz 
in Pierre Louys' Buche „Archi- 
pel".) Ein besonders schöner 
Raum ist ferner der Speisesaal, 
den eine durchbrochene Wand 
mit einem Salon verbindet. Die- 
ser Durchbruch, in Palisander 
montiert, ist reich geschmückt, 
in den oberen Ecken mit zwei 
großen Engelhartschen Tier- 
iiguren, nach Schönbrunner 
Naturstudien, einem Marabu in 
Lindenholz und einem Affen in 
Nußholz. (Die Schnitzarbeit von 
Zelezny.) Engelhart liebt die 
Schönbrunner Tierwelt sehr und 
sie hat ihn schon zu manchem 
kleinen plastischen Seitensprung 
verlockt. Eine kleine Affenmaske 
und eineminutiös studierte Affen- 
handin Bronze sind Zeugen die- 
ses Reizes, dem er sich gern er- 
gibt. Der geschnitzte Fries über 
dem Durchgang zeigt in japa- 
nischer Art Störche, zwischen 
goldenen Wolken entlang strei- 
chend. Die Möbel des Speise- 
saales sind Mahagoni, durch- 
wegs mit Goldbronze montiert. 
Das Buffet ist ein Prachtstück, 
Josef Engelbart, „Wiener Blut", Kreidezeichnung 
dessen viele kleine, fazettierte Quadratscheiben sich zu zierlichen I-Iolz- und 
Perlmutterintarsien gesellen. Die Motive derselben sind der Speisekarte 
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