MAK

Volltext: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 5)

II 
Josef Engelhart, Hof im eigenen Wohnhaus: 
daß er allein schon durch die Architekturphysiognomie und durch die abgestimmte Farben- 
tönung einen anheimelnden, zum Bewohnen lockenden Eindruck macht. Die Möbel brau- 
chen dann diese Grundlage nur zu ergänzen, zu erfüllen und die allgemeinere Vorzeichnung 
persönlich, dem Besitzer gemäß, zu nuancieren. 
Ich spreche hier natürlich nicht vom Eigenhaus, sondern vom Miethaus. Es könnte 
wohl im Stande sein, solche ideale Forderungen zu befriedigen, denn es sind keine Luxus- 
forderungen, sie kosten nicht mehr, eher weniger als die Stuckorgien im Patisserie- 
geschrnack, als Prahl- und Protzöfen, als malerische Verirrungen im „jugendß oder 
„SezessionsstiW dämonisch gewordener Maurermeister. 
Die Miethauswohnung bleibt aber, während für die bewegliche Zimmereinrichtung 
so viel geschieht, als Bühne und Rahmen dafür noch viel zu viel schuldig. 
Ganz jungen Datums sind die Reformversuche auf diesem vernachlässigten Boden. 
Und der Architekt, der sie unternahm, ist ein Mitglied dieses Werkrings. Es ist Albert 
Geßner und seine Häuser in der Mommsen- Niebuhr- und Schillerstraße in Charlotten- 
burg sind beachtenswert. Er nahm mit Glück Elemente des englischen Landhauses auf 
und bildete sie, ohne in Mißverständnisse zu verfallen, fruchtbar für diese umfangreichen 
Anlagen aus. 
Er machte vor allem reizvolle Fenstermotive, oft gebuchtet oder als breitgezogene 
Friesleiste, die Glaswand durch weißes Sproßenwerk geteilt. Solche weißsproßige 
Fensterkompositionen sitzen mit ihren grünen Läden in dem gelben Putz der Fassade 
sehr dekorativ und sie verraten durch ihre Placierung in der Wand, welch gemütliche 
41'
	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.