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Volltext: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 10)

einfachste und natür- 
lichste Ergebnis der 
Arbeit des Blasens an 
der Pfeife ist. Dagegen 
findet sich unter den 
antiken Murrinen nicht 
eine einzige Flasche, die 
einfache Form der Glas- 
blasernitverengterMün- 
dung, während sie in 
einfarbigem Glase, aber 
auch in geHecktem und 
mehrfarbig gebänder- 
tem unzählige Male vor- 
kommt. Diese auffal- 
lende Tatsache ist nur 
dadurch zu erklären, 
daß die Glaskünstler 
nicht darauf verzichten 
wollten, dieVorzüge der 
Technik, die Herstellung 
von bunten Flecken- 
mustern mit komplizier- 
tem Überfang, von zier- 
lichen Streublümchen 
und Rosetten, die wie 
auf der Schale von Sack- 
rau gleichfalls mit 
mehrfachen farbi- 
gen Umrissen ein- 
gesäumt sind, von 
allen Seiten sicht- 
bar zu machen. Sie 
formten aus Murra 
außer Platten mit Schrank, Mahagoni, poliert, die Skulpturen in Holz (Schönbrunn) 
Vorliebe offene, flachrunde oder halbkugelige Schalen, die innen wie außen 
die gleiche durchgehende Musterung zeigen. Gerade diese Kontinuität des 
Musters bei den aus dem Vollen geschnittenen Stücken mag viel dazu bei- 
getragen haben, bei Laien den Eindruck eines fossilen Stoffes, einer edlen 
Steinart hervorzurufen. 
Nach Plinius erregten auch die fetten und intensiv gefärbten Flecken 
das Wohlgefallen vieler. Diese Flecken sind gerade im Milleiioriglase 
besonders stark und lebhaft in der Farbe, weit intensiver und feuriger als 
bei irgend einem natürlichen, farbig gemusterten Stein. Selbst der Lapis
	        

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