MAK

Full text: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 10)

 
Raum im Hofmobiliendepot, die Möbel Mahagoni, poliert, mit Messingeinlagen 
werden. Zur Bekräftigung dieser Ansicht haben wir dann einige Stellen 
von deutschen Schriftstellern gebracht, die sich lebhaft gegen die starke 
Anglomanie ihrer Landsleute wenden und gegen das Nachahmen englischer 
Vorbilder Stellung nehmen. 
Außer diesem Einfluß des englischen Stils des ausgehenden XVIII. 
Jahrhunderts auf das deutsche Kunstgewerbe gibt es noch eine Reihe von 
anderen Faktoren, die bestimmend auf die Stilbildung wirken. Vor allem 
müssen wir den gotischen Stil erwähnen, der in Deutschland am Ende des 
XVIII. Jahrhunderts schon sehr starke Verbreitung fand, ein Umstand, der 
wohl auch teilweise, wenigstens in der früheren Zeit, also in den Jahren 
1780 bis 1800 auf englischen Einfluß zurückzuführen ist. 
Die außerordentliche Verehrung Shakespeares und die ungeheure 
Verbreitung, die dieser Dichter durch die vortrefflichen deutschen Über- 
setzungen fand, brachten eine große Begeisterung für englisches Wesen hervor 
und in England, das man sich zum Muster nahm, hatte ja der gotische 
Stil eigentlich niemals aufgehört, wie wir es ja an den englischen Rokoko- 
möbeln, zum Beispielbei Chippendale (um 1750) an den gotischenFischblasen- 
ornamenten an den Rücklehnen der Sitzmöbel deutlich erkennen können. 
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