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Volltext: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 10)

 
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Farbenflecken ist sehr gewöhnlich, na-' 
mentlich bei der Beschreibung bunten 
Marmors. Die Perser benannten sogar 
einen EdelsteinTelicardios mitdemWorte 
Maculaf" Es bezeichnet einen Fleck oder 
Punkt, bei der Beschreibung der Murra 
also Beckenartige Musterung. Varietas 
colorum bedeutet Vielfarbigkeit, Buntheit, 
nicht etwa ein wechselndes Farbenspiel, 
wofür Plinius den Ausdruck „variatio" Antike GhsschalelKöhhprivalbesitz 
gebrauchen würde. 
Über die Herkunft der Murrinen ist Plinius mit Properz derselben 
Ansicht, doch beschränkt er sich nicht auf Parthien allein, wie der Dichter, 
den offenbar das Versmaß und die poetische Sprache zur Kürze im Ausdruck 
veranlaßten. Dabei gibt er einen Ort an, der besonders viele Murrinen lieferte: 
„Oriens murrina mittit. Inveniuntur enim ibi in pluribus locis nec insignibus, 
maxime Parthici regni, praecique tarnen in Carmaniaßff „Der Orient sendet 
die murrinischen Gefäße. Sie werden dort an mehreren Orten aufgefunden, 
die nicht einmal von Bedeutung sind, hauptsächlich im parthischen Reich 
und besonders in Carmania." 
Auffallend ist der Ausdruck „inveniunturß Thiersch glaubt, daß er sich 
auf den Rohstoff beziehe, wie auch die vorhergehende Beschreibung der 
Eigenschaften der Murrinen nicht für die fertigen Gefäße, sondern für jenen 
gelte. Dieser Deutung bereitet aber die Angabe von der Größe und Dicke 
der Murrinen Schwierigkeiten, über welche er sich vergeblich durch 
gewundene Gedankengänge hinweghelfen möchte. Ihm ist ja darum zu tun, 
für seine Ansicht, daß die Murra ein Mineral sei, möglichst viele Stützen zu 
finden. Nimmt man jedoch das Nächstliegende an, das sich auch aus dem 
Zusammenhang ergibt, so bereitet die Deutung keine Schwierigkeiten. Der 
Orient, welcher die Murrinen sendet, ist die Fundgrube alter Arbeiten, die 
im Boden an verborgenen Stellen, vielleicht manchmal wie heute durch 
Zufall gefunden werden. Der Ausdruck „inveniuntur" paßt nicht für Waren, 
welche an jenen Orten hergestellt und dem Handelsverkehr übergeben 
werden, diese Orte sind ja vielfach „unbedeutendß also weder durch Fabri- 
kation noch durch Handel ausgezeichnet. Dagegen können an solche Orte 
sehr wohl von altersher durch frühere Beziehungen 
zu den Fabriksorten, durch Sammler und durch plün- 
dernde ErobererMurrinen zusammengetragen worden 
sein, die man später aufdeckte und nach Rom ver- 
kaufte. 
Noch an einer späteren Stelle gedenkt Plinius 
der Murrinen, wo er vom Luxus seiner Zeit mit kost- 
Bruchstück von einem antiken " ' . ' - - '- 
Muninenglaslwienykllh ömb baren Gefaßen spricht. „Proximum locum in dehcus, 
reichisches Museum " Plinius, 37, m. - i" Ibid., 37, 8. 

	        

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