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Volltext: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 11)

aggig ualpgppum Jap 5]: Jaqn Kgaiseg axle agp uaäa? 11.10.15 xap (gaL) Smqgog 11 '21 agp in; siopef pnuuug 
kommenden Plan des älteren Fischer denken." Der zu- 
nächst befremdliche, obere Abschluß der Burgfassaden 
- erinnert an die Worte in Küchelbeckers Beschreibung 
Schönbrunns vom Jahre 1730: 
„Übrigens ist das ganze Gebäude a Yltalienne, ohne 
Dach, und mit vielen schönen Statuen oben herum besetzt, 
welches demselben ein ungemeines Ansehen gibt." "H: 
Aber hier ist es mehr das „a Pltalienne", wie es die 
französische klassizistische Barocke verstand; gerade die 
vorherrschenden Trophäen als oberer Bauahschluß ge- 
mahnen viel mehr an die Gartenseite des Schlosses zu 
Versailles als an den älteren Fischer, der fast ausschließ- 
lich Statuen anwendet. 
Und die Zusammenziehung der Simskrönungen auf 
dieRisalite, wie man sieanderinnerenundin gewissem Sinne 
auch an der äußeren Fassade bemerkt, entspricht wieder 
ganz der späteren französischen Entwicklung; ein schönes 
Beispiel bietet da etwa das Schloß Bruehl am Rhein (seit 
172 5 im Bau). Übrigens zeigt sich eine ähnliche Anordnung 
des figürlichen Schmuckes auch schon an der Hofbiblio- 
thek. Das Aufgeben der reicheren Dachwirkung, wie sie 
aber gerade gegenüber der Hofbibliothek hervortritt, ist 
wohl unter dem überwiegenden Eindrucke der Louvre- 
Fassade Perraults erfolgt, vielleicht auch aus dem immer 
bewußter werdenden Gegensatze zu den andern an der 
Burg schaffenden Künstlern. 
Man kann, wenn es zunächst auch absurd klingt, 
vielleicht sagen, die Burgfassade gegen den Kohlrnarkt 
ist die barock erweichte oder barock durchglühte und 
dann gebogene Louvre-Fassade Perraults. Etwas barocker 
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1-1 
u. 
' Ilg (a. a. O. Seite 754) meint: „Die großen Bauten Fischers zum Behufe der 
Umgestaltung der kaiserlichen Burg in Wien. also der Hofbibliothek, der Winters 
reitschule und das Projekt für die Einfahrtshalle nach dem Kohlmarlrt zu, die Reichs- 
kanzlei, sind vielleicht zum Teile der Erfindung nach noch Schöpfungen des großen 
Meisters, wahrscheinlich aber zum grösseren Teile dern Sohne angehörig." 
Der Beweis hätte in dem (nie erschienenen) zweiten Teile des erwähnten 
Werkes gebracht werden sollen. Jedenfalls wäre er auf Grund anderer Erwägungen 
erfolgt, als hier; denn llg kannte, wie man aus dem Schweigen an entscheidenden 
Stellen deutlich erkennt und aus Tatsachen und persönlichen Verhältnissen, die 
sich hier der Besprechung entziehen, klar hervorgeht, die hier besprochenen Pläne 
höchstens zum Teile und faßte sie vermutlich anders auf. Denn hier soll nicht gesagt sein, daß der jüngere 
Fischer die Pläne des älteren, wenn auch noch so umfassend, veränderte, sondern daß er - selbst wenn solche 
vorhanden waren - neue schuf. Josef Bayer, der gelegentlich der Erneuerung des Burgteiles gegen den Kohl- 
markt einige Aufsätze erscheinen ließ (in der ,.Neuen Freien Presse" vom 13. November 1887, vom I3. Juni 188g. 
vom xg. und zo. September 1893 und vom xg. und zu. Oktober 1893), bezweifelt in den späteren (wenigstens 
betreffs der äußeren Fassade) die Urheberschaft des älteren Fischer, weil er glaubt. dieser, der 1723 verstarb, 
könnte bei dem stückweisen Entstehen der Burg nicht gewußt haben, was gegen 1730 nötig geworden wäre. 
""' Vergleiche Quirin Leitner, „Monographie des kaiserlichen Lustschlosses Schönbrunn" (Wien, 1575) 
Seite 7.
	        

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