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Volltext: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 11)

 
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Auf dem Totenbett ist er von Eybl mit 
Bleistift gezeichnet (x853). Eine andere 
Kollektion ist dem Tiermaler Anton Schrödl 
(gestorben xgoö) gewidmet, dem wir nach 
seinem I-Iinscheiden einen Nachruf gewid- 
met haben. Die Waldmüller- und Petten- 
kofen-Zeit spiegelt sich der Reihe nach in 
diesen tüchtigen, zum Teil trefflichen Ar- 
beiten, die ihren Wert behalten. Ein anderer 
Saal beherbergt unseren Münchener Lands- 
mann Matthias Schmid, der eine große An- 
zahl seiner treuherzig erzählenden Bauern- 
bilder versammelt hat. Sie sind ja nicht 
von heute, sondern von gestern und auch 
nicht von gestern, sondern von vorgestern 
und die Zeit ist über sie hinweggegangen. 
Auch sind ja Defregger und Kurzbauer ihm 
darin weit über, aber er ist doch eine 
Erscheinung für sich und hat sein Plätz- 
chen in der Chronik sicher. In der eigent- 
lichen I-Ierbstausstellung tritt bloß Eduard 
Kasparides „kollektiv" auf. Diese große 
Zusammenstellung seiner meist stark- 
farbigen, nachdrücklich stilisierten Natur- 
szenen spiegelt jedenfalls einen eigenen 
Charakter wieder. Er gebraucht mit Passion 
das große und kleine I-Iimmelslicht und schwelgt in den prächtigen Feststunden der 
Natur. Sein Instinkt für das abgeschlossene Bild in der Natur ist stark, er packt seine 
Motive mit sicherem Griff und bietet jedesmal etwas Fertiges. Nur wird er mitunter 
blechem oder auch farbendruckmäßig, es fehlt die täuschende Atrnosphärik von heute. 
jedenfalls ist er ein wirklicher Künstler. In dem Bunterlei des übrigen Ausstellungsmaterials 
fallen die Porträte angenehm auf. Man begegnet den Alten und Jungen, von Angeli bis zu 
Eichhorn; nur Pochwalski fehlt, entschädigt aber durch ein Jagdstilleben mit trefflicher 
Auerhahnstudie. Laßlo ist in zwei Fällen weit unter sich selbst, sehr tonfein und vornehm 
aber im Porträt der Fürstin Windisch-Graetz (Erzherzogin Elisabeth) und sehr fesch in der 
Porträtstudie der Pianistin Miss Newcomb. Einer derjüngsten, M. V. Krauß, tritt mit einem 
lebendig pointierten Kinderbildnis weit hervor, in die Nähe von Adams, in dessen Weise 
es auch arrangiert ist. Adams hat ein sehr gutes, dunkeltoniges Sitzbildnis des Fabrikanten 
Brünner. Bemerkenswert sind ferner W. Scharf, Larwin (Ritter von Scanavi, übrigens 
auch zwei weibliche Studienköpfe von überraschender Farbenkraft), Uhl (Dr. M. Neckar), 
Rauchinger (Kommerzialrat Flemming und eine eifektvolle Dame in Schwarz), Brüch 
(Graf Coudenhove), Schiff (Sängerin Bricht-Pyllemann), Veith, Schattenstein, Eichhorn 
(Graf Colloredo-Mels) und andere mehr. In einem Salon sind lauter Porträte beisammen; 
die reinen Ufiizi. Die Landschaft zeigt die gewohnten Züge. August Schäffers Wolfgangsee 
hat einen überraschend kräftigen Lichtflimmer, jungwirths „Allerseelen" ein feines Luft- 
grau. Pooschs „Klosterneuburg" einen sonnigen Sonnenschein, Bozeks Winterbild einen 
gustiosen Schnee, Gellers Kleinigkeiten aus Stein an der Donau die bekannten zierlichen 
Eigenschaften, Quittners „Pariser Dächer" kommen eher aus Tausend und eine Nacht, 
Kinzels dörfliche Motive zeigen sein Streben ins Neuere von der guten Seite, AdolfSchwarz 
geht an der dalmatinischen Küste, wo er so heimisch ist, romantischen Motiven nach. 
Auch die Plastik bietet manches Angenehme. An zwei Ehrenplätzen stehen Denkmäler 
der Pietät, die elegante bronzene Reiterstatuette des Erzherzogs Otto, von F. A. Swoboda, 
Aus dem Reliquienschatze des Hauses Braunschweig- 
Lüneburg, Das Welfenkreuz, Vorderseite
	        

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