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Volltext: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 12)

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Aus Haenel und Tscharmann, Das Einzelwohnhaus der Neuzeit: Landhaus Wienkoop 
Sie fördern damit den intimen Kontakt, der zwischen dem Baubedürftigen 
und dem Baukünstler herrschen soll. Sie fördern einerseits die Kenntnis und 
Abschätzung der großen Schwierigkeiten, anderseits die Wertung und 
Hochschätzung der Qualitäten einer von künstlerischen Grundsätzen ge- 
leiteten Bautätigkeit. 
Dort, wo dieser Kontakt fehlt, gedeiht der Einfluß rein geschäftlicher 
Vermittler, welche die natürlichen Feinde sowohl- der strengen Zweck- 
forderung wie der ernsten kunstgemäßen Lösung zu sein pHegen. Es gedeiht 
jener Dilettantismus, der in die Machtsphäre berufsmäßiger Kunstübung 
bedenkenlos übergreift und die Grenzen nicht mehr achtet, welche das von 
echter Kunstbegeisterung geführte Talent instinktiv oder bewußt anerkennt. 
In einer Zeit, wo die Märkte von fabriksmäßigen und ohne bestimmten Zweck 
erzeugten Dingen überschwemmt sind, gehört auch das Haus schon lange 
zu den Waren, die von Unberufenen gefertigt und ausgeboten werden. 
Sollen bessere Zustände für eine der edelsten Blüten der Kultur, für 
das Familienwohnhaus wieder allgemeiner werden, so muß vor allem der 
Rat des Künstlers wieder Geltung erlangen, der auf dem Boden des Lebens 
unserer Zeit mit festem Fuße steht. 
Gewiß ist die Entfremdung zwischen Kunst und Publikum heute noch 
ein mächtiges Hindernis. Die zahlreichen Veröffentlichungen guter moderner 
Arbeiten beweisen aber, daß dieses Hindernis immer mehr bekämpft, immer 
wirksamer verkleinert wird. 
Das Buch von Haenel und Tscharmann trägt auch sein Schäriiein zu 
diesen Erfolgen bei und sei darum an dieser Stelle begrüßt. 
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