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fullscreen: Monatszeitschrift IX (1906 / Heft 12)

lokals.Die„Academy" 
hat ihr altes Gebäude, 
das sieverkauftemoch 
immer durch kein 
neues ersetzt und das 
Gebäude der„Society 
of American Artists", 
in dem jetzt auch die 
„Academy" ihre Aus- 
stellungen abhält, 
kann nicht mehr als 
etwa 450 Bilder be- 
herbergen. Also ver- 
ringern sich scheinbar 
mit der Fusionierung 
beider Gesellschaften 
die Ausstellungsmög- 
lichkeiten. Gerade da- 
durch wird aber ein 
Druck auf die Gesell- 
schaft ausgeübt, der 
voraussichtlich dahin 
führt, daß durch rei- 
che Kunstliebhaber 
die Summe für einen 
großen Kunstpalast beschafft wird. Vorderhand sollen alljährlich zwei Aus- 
stellungen der „Academy" stattfinden, die eine im Herbst, die andere im 
Frühjahr und dadurch dem Mangel eines großen Ausstellungslokals einst- 
weilen so viel als möglich abgeholfen werden. Obgleich im vergangenen 
Winter formell die Gesellschaften noch getrennte Ausstellungen abhielten, 
waren sie angesichts der kommenden Ereignisse im Geiste schon vereint 
und da die meisten Aussteller in beiden Ausstellungen vertreten waren, 
empfiehlt es sich, um Wiederholungen zu vermeiden, in der Besprechung 
schon jetzt die Trennung zu ignorieren. 
Das Charakteristische beider Ausstellungen waren große Figurenbilder 
einiger jüngerer Maler, worin unsere Kunst bisher arm war. Ein Maler, der 
bisher noch nicht in den Vordergrund getreten war und der diesmal den 
Clarke-Preis erhielt, ist Hugo Ballin. Sein Gemälde „Mutter und Kind" 
wurde als bestes Figurenbild auf der Ausstellung anerkannt. Es bot ein 
doppeltes Interesse: Nicht nur, daß es uns einen neuen Maler von unge- 
wöhnlicher Begabung vorführte, es war auch die Richtung, wenigstens für 
einen amerikanischen Maler, neu. Hugo Ballin bringt in dem Gemälde 
eine Auffassung und Farbenstimmung zum Ausdruck, die sowohl ein sehr 
ernstes Studium der alten Italiener bekundet, als auch eine sympathische 
Hugo Ballin, Susanna im Bade
	        

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