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Volltext: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 1)

wie ihn hauptsächlich die 
Hafner im Lande Salzburg 
und im nördlichen Steier- 
mark, im Mittelalter ver- 
mutlich auch in Wien, für 
ihreArbeitenverwendeten. 
Einige Krüge zeigen ge- 
lungene Versuche einer 
Ornamentierung durch 
Auflage freihändig model- 
lierter Ranken und Blu- 
men. Wappen und Jahr- r , 
zahlen wurden häufig in . 
gleicher Weise aufgelegt. 
Durch ein knapp über dem 
Boden befindliches Aus- 
laufrohr, beziehungsweise durch ihre breiteMündung erklären sich diese Krüge 
als Vorratsgefäße. Eine Ecke der Küche ist als Aufbewahrungsort der ver- 
schiedenen Formen für Luxusgebäck und Kuchen gedacht. Sie waren in Buchs- 
holz geschnitten, aus Metall gegossen oder in Ton gebrannt und dienten zur 
Herstellung von Süßigkeiten, wie Marzipan- und Honigkuchen an Feier- 
tagen, Festtagen, zur Ehrung eingelangter Gäste und zu andern ausnahms- 
weisen Gelegenheiten. Die kostspieligsten Formen waren die nicht selten von 
Künstlern in Holz geschnittenen; tönerne und Metallformen konnten dagegen 
massenhaft nach einem vorhandenen Modell erzeugt werden. Deutlich macht 
solchen Wertunterschied das Nachlaßinventar eines Linzer Bürgers im 
Jahre 1600. Es verzeichnet: „4 Leczetmödel mit Wappen, die seindt aber 
nur plewen" - also aus Blei und somit wertlos. Neben Formen mit Dar- 
stellungen von Tieren in I-Iochrelief, hauptsächlich für Kuchen bestimmt, 
treten solche in Scheiben- 
gestalt mitWappen, religiösen 
oder profanen Darstellungen 
in Halbrelief auf, aus denen 
_ __ _ die obenerwähnten Marzipane 
Ä fiflL-w _ _ gepreßt wurden. Dieses Kapi- 
M""-'" A N tel der Formen und Model 
verdient eine gesonderte wis- 
senschaftliche Bearbeitung 
und wird eine solche wohl 
noch von berufener Seite in 
Angriff genommen werden. 
Neben bisher unbekannten 
_ v Wappen sind esja häufig Dar- 
LüFfelkörbchemXVI. Jahrhundert Stellungen Von hervorragend 
 
Gewürzbehälter mit Kerbschnittverzierung, XVI. Jahrhundert 
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