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Full text: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 1)

sehen werden, hat aber 
Leisching doch ein ganz 
namhaftes Finderglück 
und, wie man es nennen 
möchte, Identilikations- 
glück. DasWerk manchen 
Meisters verdankt seiner 
Nachweisearbeitwertvolle 
Bereicherungen, zum Teil 
auch, weil er die Gabe hat, 
dritte Personen für seine 
Forschungszwecke zu in- 
teressieren, wie ihm denn 
durch Mitwirkung hoch- 
gestellter Kunstfreunde 
einige sehr schätzbare Er- 
gebnisse zugefallen sind. 
Die großen Wiener 
Meister Füger und Daf- 
linger bilden selbstver- 
StändliCh den KCITI seines Winterausstellung im k. k. Österreichischen Museum. Wandteller, 
Buches_ von Füger sind Bauernrnajolika, entworfen und ausgeführt von josef Anton Hussl, 
. . Schwa ,T' ol 
dennauch 5gBilderw1eder- z u 
gegeben, davon 32 zum ersten Mal. Durch Ferdinand Labans verdienstvolle 
Monographie und die Berliner jahrhundertausstellung ist unserem Meister 
nun auch in Deutschland sein kunstgeschichtlicher Ehrenplatz gesichert. 
Seither ist der reiche Wiener Füger-Schatz erschlossen und namentlich auch 
Leisching hat manche glückliche Füger-Entdeckung gemacht. Nach anderem 
ist das Suchen noch immer vergeblich. Sein ältestes bekanntes Bild, das ihn 
und seinen Bruder darstellt (1768) und 1769 in Dresden ausgestellt war, 
erschien aus dem Besitz des Professors Dr. Kauffmann in Tübingen auf der 
Berliner Jahrhundertausstellung. Das gleichzeitige Bildnis des Professors 
Segner zu Halle, als „Kabinettstück" bezeichnet, ist nicht aufzufinden. 
„Feurig und graziös" war damals Füger nach Chodowieckis Ausdruck. 
Überhaupt meint Leisching, bei Füger dürfen wir uns noch auf Überraschun- 
gen gefaßt machen, zum Beispiel aus den Nachlässen seiner römischen 
Jugendfreunde, in deren Kreise er doch gewiß viel herumkonterfeit hat. Alle 
diese Jugendzeiten sind so neblig. Auch sein erstes Wiener Streben hat 
wenig Spuren hinterlassen. Der Kaiser Josef von 1776 (k. k. Österreichisches 
Museum) mit den herrlichen Augen, ist schon ein Meisterwerk. Hier heißt 
es suchen, suchen. Aber trotz alles Suchens wollte sich selbst ein so hervor- 
ragendes Bild, wie die von Maria Theresia bestellte große Allegorie auf die 
Rückkehr Marie Christinens und ihres Gemahls aus Italien, sein erster 
Auftrag, nicht finden lassen. Einen reizenden Beitrag zur Kenntnis des 
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