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Volltext: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 1)

älterem Wurf, wie der 
Richard, reicht bekannt- 
lich Uhdes Faust nicht; 
dasandereBilrLobgleich 
das Fell des Hundes sein 
feines Tönespiel hat, ist 
als ganzes schwer und 
schmutzig. Von Stuck 
sieht man fünf Bilder. 
Seine „Salome", auf das 
alte Stucksche Schwarz- 
weißrot gestellt, ist stark 
verzeichnet und kari- 
kiert. Sein Porträt des 
Prinzregenten, in 
schwarzem Ordenskos- 
tüm, mit schwarzen 
Druckern in Umriß und 
Schatten, ist eine zeich- 
nende Malerei, die unter 
sichtlicher Mühsal doch 
wirksam zu werden 
weiß. Lenbach ohne 
Sauce. Ein iiöteblasen- 
der Kentaur ist am 
ehesten der „alte" Stuck, 
der mühelos sich selbst 
gibt; ein jugendlicher 
„Bacchus" ein ausgie- 
biger Farbeni-leck aus 
obligatenElementen der 
römischen Renaissance; 
ein „Zweikampf" von 
schwarzen Spaniern in 
weißer Bogenhalle we- 
gen einer national kostü- 
mierten Dame starrtvon 
parodistischen Pointen 
Winterausstellung im k. k. Österreichischen Museum, Schrank, bemalt, aus und ist von diesem Ge_ 
dem Alpachtale, entworfen von Prof. Josef Tapperfl"), ausgeführt von Gabriel 
Hammerl, Innsbruck 
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sichtspunkt ebenso ge- 
nießbar als irgendein 
Böcklin-Scherz. Herterichs „schwarzer Ritter" (Pinakothek) zeigt seine volle Kraft, sein 
weißes Interieur ist eine anziehende Übung in jetzigem Farbenschauen. Das Wahrnehmen 
der Durchsichtigkeiten in dieser Körperwelt, nebst der dazu nötigen Augenübung, bildet den 
Reiz so manches trefflichen Bildes dieser Ausstellung. So bei Landenbergers „Am Fenster", 
mit weiblichem Rückenakt. Solche Aktstudien kommen noch mehrfach vor bei jungen 
Leuten von Talent, so bei Hummel, wo nur das grelle Weiß auf einem Knie stört, und 
bei Philipp Klein, wo der Innenraum mit ganz bemerkenswerten Finessen zur Hebung des 
Fleischtons gestimmt ist. Klein hat auch eine lebensgroße spanische Tänzerin in Schwarz- 
gelb, die recht locker behandelt ist, aber doch die schwebende, spielende Farbigkeit ver- 
missen läßt und darum auf die Dauer leer erscheint. Von I-Iummel ist übrigens noch ein 
weißes Kinderporträt zu loben, eines der tonigsten Bilder an allen diesen Wänden.
	        

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