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Volltext: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 3)

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nacheinander zu studieren, 
um zu erkennen, wie aus 
dem einfachsten Material, 
rutengleich gebogenem 
Stabwerk, eine unerschöpf- 
liche Menge reizvollster 
omamentaler Schöpfungen 
entwickelt wird. Derselben 
Gruppe gehört ein jeden- 
falls ebenso südtirolischer 
Eckschrank an, von dessen 
Wappenschmuck die Wap- 
pen der Familien Wolken- 
stein, Welsberg und Lich- 
tenstein-Kastelkornau er- 
kennbar sind. Von seinen 
sechs Seiten liegen zwei 
der Wand an, die andern 
springen erkerartig vor. 
In ein östlicheres Al- 
penland, nach Kärnten, 
führt uns ein Hauptstück 
der Sammlung, ein drei 
Meter breiter Sakristei- 
Abb 6 F __ _ h S h __ k h XVI J h h d Hab schrank aus der Kirche in 
. 2 . ranzosxsc es c ran c en, . a r un ert. e 0.39. .. . . 
3mm, m3„ Mete, Karntnerlsch-Feldkirchen 
(Abb. I8). Er besitzt noch 
den Vorzug, datiert zu sein; auf einem ausgestochenen Ornamentfeld des 
niederen Mittelgeschosses findet sich die Jahreszahl 1521. Für eine gewisse 
Derbheit und Unbeholfenheit in Aufbau und Durchführung entschädigt reich- 
lich der Umstand, daß wir es mit einem völlig intakten Stück von ganz ur- 
sprünglicher Frische zu tun haben. Die vierteilige Einteilung des oberen Teils 
und die zweiteilige des unteren mit seinen je drei Schubladen für die litur- 
gischen Gewänder entspricht derjenigen eines doppelten der gewöhnlichen 
Schränke. Die fünfteilige Einteilung des Zwischengeschosses mit ihren mit 
dem viel beliebten Gitterwerk bedeckten Schubkästen ist zwar konstruktiv 
nicht folgerichtig, aber zum mindesten originell. 
Dem vorigen in der Zweckbestimmung wohl gleich, nicht aber im Typus, 
ist der aus einer Sammlung der Bodensee-Gegend stammende, vielleicht auch 
dort entstandene Kastenschrank (Abb. 19). Ein einfacher Behälter, mit Zinnen- 
kranz und teilweise ausgesägtem Postament und zweiflügeliger Tür, ist diese 
Form verhältnismäßig selten. Hier feiert die Technik des ausgestochenen 
Grundes, unterstützt durch wundervoll patinierte alte Polychromierung, ihre 
Triumphe. Wohl ist das Krautblattornament zu einer wahrhaft barocken
	        

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