MAK

Volltext: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 3)

zweivom Ende 
des XV. Jahr- 
hunderts stam- 
mende franzö- 
sische oder 
burgundische 
Schränke, 
wahrscheinlich, 
da diese Form 
für profane 
Zwecke aus 
dieser Zeit sich 
nicht nach- 
weisen läßt, 
nur für sakrale 
Zwecke be- 
stimmt. Der 
eine (Abb. 21) 
ist auf derVor- 
derseite, die 
von großen 
zweiflügeligen Türen gebildet wird, von drei Geschossen in zwölf Felder mit 
Rollpergamentfüllungen geteilt, während die Seitenwände in zwei Geschossen 
je vier Felder aufweisen. Neben den feinen Gesamtverhältnissen beruht seine 
Schönheit auf der als polygone, mehrfach abgesetzte Säule gebildeten 
Schlagleiste, die im oberen Teil unter einer Fialenbekrönung die trefflich 
geschnittene Figur eines heiligen Mönches trägt. Der andere, schmäler, mit 
nur einem Türflügel, hat in zwei Geschossen vier Füllungen mit Pergament- 
rollen und an den Seiten je zwei übereinander. An beiden ist das außen 
liegende Eisenbeschläg besonders zierlich und fein gearbeitet, ebenso wie an 
beiden die Simsprofilierungen -- am letzteren auch die des Sockels -- von 
bernerkenswertern Feingefühl zeugen. 
Die französische Renaissanceperiode beginnt in der Figdorschen 
Sammlung mit einem formell wie historisch interessanten Stück. Es ist 
eine hohe schmale, dreigeschossige Kredenz aus Eichenholz mit über den 
eigentlichen Schrank hinausgeführter Rückwand. Die letztere dürfte als 
Reminiszenz an die ebenfalls oft baldachinartig hochgeführten mittelalter- 
lichen „dressoirs", eigentlich einer Kombination von Schrank und Tisch, die 
noch später ähnlich im „Kabinett" wiederkehrt, gelten. Der Aufbau, der aus 
der Abbildung 22 zu ersehen ist, ist rein architektonisch. Drei Säulenstellungen, 
die beiden unteren toskanisch, die obere jonisch, begrenzen die Ecken; vorne 
liegen die Türen, die ebenso wie die entsprechenden Seitenfelder eine mehr 
angedeutete als organisch durchgeführte Bogenstellung in Reliefschnitzerei 
aufweisen. Der rückwärtige Aufsatz ist mit drei flachen Pilastern in zwei 
Abb. 29. Französischer Konsolkasxen, Ende des XVLjahrhunderts. Höhe 0,6, Breite 
0,83 Meter 

	        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.