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Volltext: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 3)

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XVI. Jahrhunderts hin. Es ist ein besonderer Vorzug der Sammlertätigkeit 
Dr. Figdors, daß er solchen Stücken, wie den vorgenannten, die etwas aus 
der systematischen und typologischen Reihe der Möbelformen herausfallen, 
aber neben der kunstgewerblichen auch hervorragende kulturgeschichtliche 
Bedeutung haben, sonst aber in öffentlichen Sammlungen selten Aufnahme 
gefunden haben, sein besonderes Augenmerk gewidmet hat. 
Der Forrnenreichtum, den wir selbst bei flüchtiger Betrachtung der 
bedeutendsten Kastenmöbel einer einzigen, wenn auch hochbedeutenden 
Privatsammlung begegneten, ist nicht in gleichem Maße bei den Tischen zu 
finden. Die Entwicklung der Tischformen ist kürzer, weil das Wesentlichste 
 
Abb. 34. Florentiner Tisch, Anfang des XVIJahrhunderts. Höhe 0,81, Durchmesser 1,31 Meter 
des Möbels, die Platte, eine immer gleiche, nur in den Abmessungen und 
etwa noch im Grundriß verschiedene Ebene bildet. Nur der Träger dieser 
Ebene, das Tischgestell, war bis zum XVII. Jahrhundert funktionsgemäß einer 
beschränkten Entwicklung fähig. Abgesehen von der antiken Zeit, wissen wir 
aus den literarischen Quellen, daß der Tisch im frühen und hohen Mittelalter 
als Holzmöbel keine bedeutende, insbesondere keine künstlerische Rolle 
gespielt hat, weil er in der Regel gar nicht als zusammenhängendes Möbel 
sondern getrennt in Träger (Bockgestell) und Platte verwendet wurde. In 
mittelalterlichen Zeichnungen und Malereien begegnen uns bis an das Ende 
des XV. Jahrhunderts sehr häufig derartig primitive Tische mit rechteckiger 
oder runder Platte, die auf einfachen Böcken ruhen. Das überkommene 
Material mittelalterlicher Tische, ziemlich ausschließlich der spätesten Zeit 
angehörig, läßt diesen Ursprung aus den angedeutetenVerhältnissen unschwer
	        

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