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Volltext: Monatszeitschrift X (1907 / Heft 3)

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nicht ohne Einfluß gewesen ist. Was sie - wie man 
will zum Nach- und Vorteil - von den öffentlichen 
und Privatsammlungen unterscheidet, ist das wohl 
teils gewollte, teils durch die Verhältnisse bedingte 
Außerachtlassen aller Systematik, alles Akademi- 
schen. Die Freude am schönen Stück blickt so zu 
sagen aus jedem Objekt hervor, aber nicht eine ein- 
seitige Richtung auf die formale Gestaltung, sondern 
damit Hand in Hand gehend, die Betonung der 
Stellung der Möbel und oft des einzelnen Möbels 
im gesellschaftlichen Leben der Zeit, neben dem 
Kunstgeschichtlichen das Hervorheben des Ge- 
fühlsmoments. Seine Sammlerziele präzisierend, 
sagte Dr. Figdor dem Verfasser das charakteristi- 
sche Wort: „Ich sammle warme Sachen." Er 
dachte dabei nicht nur an die äußere Wärme der 
Patina, an den das Sammlerherz bestrickenden 
Edelrost der Jahrhunderte, sondern eben so sehr 
an die innere Wärme der Suggestion, an den Zu- 
sammenhang des einzelnen Objekts mit histori- 
schen Gebilden, mit künstlerischen und kulturellen 
Evolutionen, mit wechselnden Schicksalen und 
Kämpfen, mit sympathetisch anregenden Vor- 
gängen und Persönlichkeiten, an den Zauber- 
hauch, der nicht nur die schwankenden Gestalten 
der Faustdichtung, sondern auch die stummen 
Zeugen der Freuden und Leiden hingegangener 
Generationen umwittert. 
Damit aber ist die Besonderheit der Figdor- 
schen Sammlung nicht erschöpft. Innerhalb dieser 
eben erwähnten Gesichtspunkte ist weiter ein be- 
sonderer Wert darauf gelegt, in dem betreffenden 
Beispiel einer Spielart nach Form und Erhaltung 
möglichst hochstehende Exemplare zu bieten. 
Abb. 4 und 5. 
Geschnitzte und bemalte Halbsäulen; 
spanisch. Höhe 1,55 Meter 
Die konsequente Durchführung dieses Prinzips macht recht eigentlich die
	        

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